Müntz: Gemeinde Titz erbt plötzlich 330 Kunstwerke

Müntz : Gemeinde Titz erbt plötzlich 330 Kunstwerke

„Völlig unvorbereitet hat die Gemeinde Titz 330 Bilder geerbt“, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen es ausdrückte, und zwar von dem verstorbenen Künstlerpaar Bauchmüller. Die Schenkung ist Bestandteil des Testamentes der im Dezember 2017 verstorbenen Cäcilia Bauchmüller, ihr Mann starb bereits 30 Jahre zuvor.

„Meine Gemälde, Ölbilder, Zeichnungen bekommt die Gemeinde in Titz für Ausstellungen“, heißt es darin. Ferner soll der Erlös einem wohltätigen Zweck gespendet werden.

Bei ihrer Recherche stießen die Gemeindemitarbeiter auf eine Ausstellung, die die Eheleute Bauchmüller 1980 im Titzer Rathaus durchführten, im Jahr der Erbauung des Amtsgebäudes. So beschloss die Landgemeinde in Absprache mit den Erben, ihrerseits eine zweitägige Ausstellungsauktion zu veranstalten.

Für die Versteigerung liegen Listen ohne Anfangsgebot bereit. Die Ortswahl fiel auf den Saal im Müntzer Bürgerhaus, denn dort, in der ehemaligen Dorfschule Müntz, wohnte das Ehepaar in den 50er Jahren. „Das, was nicht verkauft wird, wird im Rathaus eingelagert“, betonte Frantzen. „Der Onkel hat den überwiegenden Teil gemacht, die Tante hat erst als Witwe richtig angefangen“, gab die Erbin, Nichte Elisabeth Sieben aus Mersch, einen Einblick in das Wirken der verstorbenen Künstler.

Riesige Bandbreite

Die Bandbreite der Werke ist riesig. Stilistisch reicht sie von filigran gearbeiteten Bleistiftzeichnungen über Stickbilder und Aquarelle bis zum Ölgemälde. Als Motive stechen vor allem Porträts, Stillleben und die Landschaftsmalerei ins Auge — und zwei Teilakte mit unbekannten weiblichen Modellen. Das größte Interesse erweckten Motive aus dem Jülicher Land, darunter viele Kirchen und Kapellen und andere Denkmäler mit Wiedererkennungswert, darunter auch inzwischen verschwundene Motive wie der mächtige „Müntzer Krüzzboom“ eine Hunderte Jahre alte Eiche, die einem Sturm zum Opfer fiel.

„Krüzzboom“ wurde sie genannt, weil sie an einer Kreuzung stand, wie Ortsvorsteher Ulrich Goebbels erzählte. Ein zweites Beispiel ist die Müntzer Lindenallee in ihrer Dichte von 1949. Frantzen überlegte bei der Ausstellung bereits mit seiner Sekretärin Christine Seul-Wulf, die im Übrigen das Gros der Ausstellung vorbereitet hat, einige einheitlich gerahmte Bleistiftzeichnungen mit Wiedererkennungswert im Rathaus zu beherbergen. Goebbels schien derart begeistert von den Müntzer Motiven, dass vielleicht einige davon im Hause Goebbels beheimatet werden.

(ptj)