Jülich: Führung durch die Zitadelle mit Schlosskapelle und Wehrbauten

Jülich : Führung durch die Zitadelle mit Schlosskapelle und Wehrbauten

Wieso findet man in Jülich eine Schlosskapelle im Stil der italienischen Hochrenaissance? Am Sonntag, 2. September, erfahren die Teilnehmenden die Zusammenhänge bei einem Besuch der mächtigen Zitadelle und des Ostflügels des herzoglichen Schlosses im Rahmen einer Führung mit Dr. Rüdiger Urban, dem Vorsitzenden des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich.

Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg beauftragte Mitte des 16. Jahrhunderts seinen Baumeister Alessandro Pasqualini, auf den Fundamenten der weitgehend abgebrannten mittelalterlichen Stadt eine „Idealstadtanlage der Renaissance“ zu errichten. Es entstand eine Festungsanlage in neuitalienischer Bauweise mit breiten Wällen und Bastionen, die eine optimale Verteidigungsfähigkeit gegen moderne Kanonen besaß.

Damit galt Jülich, das sich in einer militärstrategisch herausragenden Lage befand, als uneinnehmbar. Das herzogliche Schloss beherrschte die Stadt, es überragte die Zitadelle stärker, als es heute erscheint.

Über die Wälle

Besucht wird die Johannes-Bastion der Zitadelle mit ihren verschiedenen Verteidigungsebenen, den Kanonenhöfen und Horchgängen. Bei gutem Wetter schließt sich ein Spaziergang über die Wälle an. Dafür ist festes Schuhwerk erforderlich.

Vom östlichen Wall hat man einen herrlichen Blick auf das herzogliche Schloss mit dem wiedererstandenen kunst- und architekturhistorisch bedeutsamen Ostflügel.

Nach einem Besuch der beeindruckenden Schlosskapelle mit dem „Mittelsäulenmotiv“ geht es in den vollständig erhaltenen Schlosskeller. Hier kann man einen Blick auf die Betonträger und Hydraulikpressen werfen, die verhindern, dass Teile der Schule aufgrund einer geologischen Störung weiter absinken.

Beginn der gut zweistündigen Führung ist um 11 Uhr, Treffpunkt ist am stadtseitigen Eingang der Zitadelle, an der Pasqualini-Brücke am Schlossplatz.

Die Führung selbst ist kostenlos, Besucher bezahlen nur den Eintrittspreis für das Museum Zitadelle. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist allerdings auf 25 Personen beschränkt.

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