Fridays-for-Future-Demo Jülich: Das Klima braucht alle Generationen

Erste Demonstration für Jülich geplant : Das Klima braucht alle Generationen

Kiel, Konstanz, Münster und einige deutsche Städte mehr haben mittlerweile den Klimanotstand ausgerufen, auch aufgrund der stetigen Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung. Jetzt findet auch in Jülich die erste Demonstration der Bewegung statt. Im Schlosspark wollen am Freitag ab 16 Uhr Menschen für eine bessere Klima- und Umweltschutzpolitik demonstrieren.

Dafür gesorgt, dass die Demonstration stattfinden kann, hat unter anderem Susanna Schüer, die Teil des Organisationsteams der ersten Fridays-for-Future-Demonstration Jülichs ist. Die Planungen gab es schon länger. „Wir waren bei der Demo in Düren am 13. März“, erzählt sie. Damals protestierten weltweit Hunderttausende Schüler für eine bessere Klimapolitik. Gemeinsam mit Freunden hat sie damals schon darüber geredet, dass es auch in Jülich eine Demonstration geben müsse. Der Klimawandel macht schließlich auch um Jülich keinen Bogen und Interesse für das Thema gibt es durchaus.

Der heutige Freitag ist mit Bedacht ausgewählt: die Europawahl findet am Wochenende statt; für viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fridays-for-Future-Bewegung ist dies die erste Wahl. Viele Parteien haben zudem das Thema in den vergangenen Wochen für sich entdeckt.

Anders als bei vielen anderen Fridays-for-Future-Demonstrationen findet die Demo nicht vormittags statt: „Wir haben viel von der Kritik mitbekommen, dass die Schüler nur protestieren würden, weil dann Unterricht ausfällt“, erläutert Schüer, die 2018 ihr Abitur machte und sich derzeit auf ein Studium zur Heilpädagogin vorbereitet.

Klimawandel im Schulunterricht

Gemeinsam haben die Organisatoren daher beschlossen, die Demos in den Nachmittag zu verlegen. Damit nehmen sie den Kritikern den Wind aus den Segeln, gerade denen, die von der Problematik des Klimawandels ablenken wollen. „Wir wollen, dass es ums Thema geht“, sagt Schüer.

Rückblickend bemerkt Schüer, habe das Thema Klimawandel auch im Schulunterricht gefehlt. Zwar habe man durchaus im Erdkundeunterricht mal über Klimaveränderungen gesprochen, aber nicht darüber, was der Einzelne tun kann, um dem entgegenzuwirken. Heute rät Schüer dazu, „mal das Fahrrad statt des Autos zu benutzen, auf die Ernährung zu achten, weniger Plastik zu verbrauchen.“

Der jungen Frau ist anzumerken, dass sie nicht zu einem Schlag Mensch gehört, der den kompletten Verzicht fordert. Völlig klimaneutral zu leben ist schwierig. Aber es sind die kleinen, für jeden umsetzbaren Dinge, die zur Verbesserung und zum Einhalten der Klimaziele des Pariser Abkommens beitragen können. Eine besondere Pflicht gibt Schüer aber vor allem der Politik: „Es müssen Gesetze geschaffen werden, die es den Konsumenten leichter machen“, sagt sie. Dazu gehören Dinge wie eine CO2-Steuer und der Wunsch, Supermärkte mehr in die Pflicht zu nehmen, auf Plastikverpackungen zu verzichten. Außerdem stehen die Organisatoren natürlich auch hinter den Zielen der anderen Fridays-for-Future-Demonstrationen, etwa dem schnellen Ausstieg aus der Kohleindustrie.

Susanna Schüer ist Mitorganisatorin der Jülicher Fridays-for-Future-Bewegung. Foto: ZVA/Eva Johanna Onkels

Auch für die Stadt Jülich hat Schüer einige Vorstellungen, konkret vor allem mehr Radwege und eine bessere Bahnanbindung. Für die meisten Ziele, auch etwa nach Aachen oder Köln, muss man umständlich in Düren umsteigen. Das kostet Zeit und Nerven.

Wie keine Europawahl zuvor, steht die kommende im Zeichen des Klimawandels. Aus ihrem eigenen Umfeld heraus hat Schüer das Gefühl, dass mehr junge Menschen zur Wahl gehen werden. Allerdings werden auch die älteren Generationen gebraucht. Daher hofft Schüer, dass Demonstrationen wie die heutige dazu beitragen können, dass auch ältere Leute, die sonst nicht wählen gehen würde, wählen. „Ich glaube, dass die Auswirkungen des Klimawandels auch noch die heute 60-Jährigen betreffen“, hält sie fest. Es besteht auch Kontakt zur Bewegung „Parents-for-Future“, in der sich Eltern für einen verbesserten Klimaschutz einsetzten. „Es ist jetzt nicht mehr viel Zeit“, meint Schüer.

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