Freshman Institute Jülich: Hodapp löst Buchkremer ab

Freshman Institute : Ein bisschen Starrsinn und viel Herzblut

Das Freshman-Institute am Standort der Jülich der Fachhochschule verabschiedet den scheidenen Rektor Prof. Dr. Hermann Josef Buchkremer und begrüßt Prf. Dr. Josef Hodapp als neuen. Neben ihrer Begeisterung für den internationalen Austausch haben sie eine weitere Charaktereigenschaft gemeinsam.

Ein gewisser Starrsinn sei es, der dem scheidenden und dem neuen Direktor des Freshman-Institutes gemein ist, stellte Marcus Baumann fest. In beiden Fällen sei das ein sehr positiver Starrsinn, schob der Rektor der FH Aachen bei der Verabschiedung von Hermann Josef Buchkremer und der Amtseinführung von Josef Hodapp im Auditorium der Jülicher Fachhochschule rasch hinterher. Buchkremer habe seinen stets an den Tag gelegt, um die Interessen der FH durchzusetzen.

Und Hodapp habe in seiner Arbeit als Professor und ehemals Dekan im Fachbereich Energietechnik oft genug bewiesen, dass man sich erst einmal schlagkräftige Argumente einfallen lassen müsse, um ihn von dem, was er sich in den Kopf gesetzt habe, abzubringen.

Eine viel wichtigere Gemeinsamkeit des ersten und zweiten Direktors des Freshman Institutes ist jedoch ihre Affinität fürs Ausland – das gilt sowohl für den eigenen Aufenthalt in verschiedenen Ländern, als auch den Willen, jungen Menschen aus anderen Ländern eine akademische Ausbildung in Deutschland zu ermöglichen.

Internationalere FH

2000 wollte Buchkremer, damals Rektor der Fachhochschule, den Standort Jülich weiter nach vorne treiben. im Sinne des Auftrags des Rektorats, die FH internationaler zu machen, rief er das Studienkolleg-Programm in Jülich ins Leben – und prägte damit den Charakter der FH offenbar in die richtige Richtung. „Herr Buchkremer hat mit dem Freshman Institute genau aufs richtige Pferd gesetzt“, sagte Baumann. Das Freshman Jahr ermöglicht ausländischen Studierenden ohne dem Abitur entsprechendem Schulabschluss den fachlichen und sprachlichen Einstieg in ein Hochschulstudium in Deutschland. Knapp 400 angehende Studierende schließen das Studienkolleg in jedem Jahr ab.

Diese Offenheit sei heute mindestens ebenso wichtig wie vor 18 Jahren, sagte Baumann, weil sie keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Und: „Das sehe ich als große Gefahr für uns. Dieses Land muss sich ausländischen Studierenden öffnen, muss sich allen Menschen aus anderen Ländern öffnen.“

Hervorragende Botschafter

Die Ausbildung junger Menschen aus dem Ausland kann sich nicht nur in Anbetracht der heimischen Fachkräftesituation rentieren. Viele junge Ingenieure gehen nach erfolgreichem Studienabschluss mit dem gewonnenen kulturellen Hintergrund zurück in ihre Heimatländer, um dort für den Sitz deutscher Firmen zu arbeiten. „Sie sind hervorragende Botschafter für diese Firmen“, bemerkte Baumann.

Buchkremer, der in Köln und Aachen Physik studiert hatte, kam für seine Promotion ans Institut für Reaktorsicherheit der Kernforschungsanlage Jülich. Später wirkte er am Neubau am Standort Jülich und an der Expandierung der FH an der Eupener Straße mit.

Unter Kollegen ist Buchkremer für seinen Pragmatismus bekannt, er will Fakten schaffen. „Mit den Worten ‚Lot jonn! Zack, zack!’ kam er morgens regelmäßig ins Büro“, berichtete Maria Kappenstein, Geschäftsführerin des Freshman-Institutes schmunzelnd.

Ganz davon verabschieden müssen sie sich nicht: Der nun ehemalige Freshman-Institute-Direktor soll der FH auch weiterhin erhalten bleiben.

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