Forschungszentrum Jülich: Ein Gewächshaus löst viele Probleme

Forschungszentrum erhält Fördergeld für ein Projekt in Westafrika : Ein Gewächshaus löst viele Probleme

Das Forschungszentrum Jülich erhält zwei Millionen Euro Fördergeld für ein Projekt, mit dem Photovoltaik-Gewächshäuser in Westafrika aufgebaut werden sollen. Ziel ist es, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Strom zu stabilisieren.

Solomon Nwabueze Agbo war mit seinem Vortrag fertig über ein Projekt, welches das Forschungszentrum Jülich (FZJ) in den westafrikanischen Staaten Nigeria und Benin in Angriff nimmt. Dabei geht es darum, die Ernährung und die Versorgung mit Strom in beiden Ländern zu sichern. Dann erlaubte sich Agbo, der aus Nigeria stammt, ein paar persönliche Worte. „Für mich ist dieses Projekt ein Meilenstein“, sagte er. „Ich bin so froh. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass es Realität wird.“

Am Dienstagmittag ist das Projekt ein Stück weit realer geworden. Thomas Rachel, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Düren und Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, hatte einen Förderbescheid über rund zwei Millionen Euro aus seinem Ministerium überbracht. In dem auf drei Jahre angelegten Projekt sollen Photovoltaik-Gewächshäuser für den Anbau von Obst und Gemüse eingerichtet werden, die sich energetisch nicht nur selbst versorgen, sondern auch Strom für das örtliche Versorgungsnetz erzeugen. „Was Afrika dringend braucht ist genau diese Selbstversorgung“, fuhr Agbo fort.

Rachel bezeichnete die Mangelversorgung in mehreren westafrikanischen Staaten als eine der großen Fluchtursachen in Richtung Europa. „230 Millionen Menschen leiden Hunger“, sagte Rachel.

Überschuss und Mangel

„Die Bauern dort produzieren genügend Nahrungsmittel. Aber nicht ganzjährig. So passiert es, dass in Benin jedes Jahr rund 100.000 Tonnen an Feldfrüchten verrotten.“ So entstehe während und kurz nach der Ernte ein Überschuss, während zu anderen Jahreszeiten Mangel herrsche.

Da sollen die Photovoltaik-Gewächshäuser für Abhilfe sorgen. Die Anbau- und Erntezeit solle ausgedehnt werden. Zudem sollen sie die Möglichkeit schaffen, Nahrungsmittel zu trocknen und damit zu konservieren. Der dritte positive Effekt: Die nicht immer stabile Stromversorgung könne zumindest lokal besser gesichert werden. Der Gewinn für das FZJ: Die Forscher können die Technologie der Photovoltaik-Gewächshäuser unter Realbedingungen einsetzen. „Wir werden Ergebnisse liefern“, sagte Solomon Nwabueze Agbo als letzten Satz.

Mehr von Aachener Nachrichten