Jülich: Forschungszentrum ist Teil internationaler Supercomputer-Forschung

Jülich : Forschungszentrum ist Teil internationaler Supercomputer-Forschung

Mit internationaler Zusammenarbeit die Welt der Supercomputer voranbringen: Das ist das Ziel des Abkommens, das in Vancouver unterzeichnet wurde.

Teil der deutsch-kanadischen Kooperation sind neben dem Forschungszentrum Jülich, das deutsche Beschleunigerzentrum DESY, das kanadische Teilchenphysik-Forschungszentrum TRIUMF sowie die Unternehmen TRIUMF Innovations, D-Wave System Inc. und 1QBit. Vier gemeinsame Arbeitsgruppen sind aus der Kooperation entstanden, die sich jeweils auf einen Eckpfeiler der modernen Datenwissenschaft konzentrieren: Quantencomputing, Large Scale Computing, maschinelles Lernen und Big Data Analytics. Im Einzelnen:

Der Quantencomputer ist ein Traum der Wissenschaft. Diese Maschine ist ein Computer, der nicht mit den Gesetzen der klassischen Physik arbeitet, sondern auf Basis quantenmechanischer Zustände. Mit einem solchen Computer könnten bisherige Probleme wie das Suchen in riesigen Datenbanken und das Faktorisieren großer Zahlen effizienter gelöst werden.

Large Scale Computing bezeichnet die Zusammenarbeit von vielen Knotenpunkten, die gemeinsam eine Aufgabe lösen. Wie bei Big Data Analytics geht es hierbei um extrem große Datenmengen, die verarbeitet werden müssen.

Das maschinelle Lernen wird schon angewendet, zum Beispiel um künstliche Intelligenzen lernfähig zu machen. Bekommt eine solche künstliche Intelligenz eine große Menge an als „Katze“ oder „Hund“ gekennzeichneten Bilder gezeigt, entwickelt sie selbstständig ein Muster, nach welchem sie in Zukunft entscheiden kann, um welches der beiden Tiere es sich handelt, wenn entsprechende Bilder gezeigt werden.

„Auf dem Gebiet des Quantencomputing und des Maschinellen Lernens wurden in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt“, erklärt Prof. Sebastian Schmidt, Mitglied des Vorstandes des Forschungszentrums Jülich. „Der Zusammenschluss international führender Einrichtungen und Unternehmen aus den Bereichen der Wissenschaft und Industrie schafft die Voraussetzungen, um das Potenzial dieser richtungsweisenden Technologien für wissenschaftliche, datenintensive Aufgabenstellungen zu erschließen.“

Ein weiteres Ziel dieses Projekts ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die beteiligten Partner wollen dazu die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und die Finanzierung sichern.

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