Erfahrene Mitglieder scheiden aus : Verkehrswacht Jülich hat Nachwuchsprobleme

Der Verein verliert überwiegend aus Altersgünden verdiente Mitarbeiter und hat Schwierigkeiten, Nachrücker zu finden. Gleichzeitig war 2018 auf dem Verkehrsübungsplatz in Koslar so viel los wie noch nie.

Schwerpunkte der Jahreshauptversammlung der Jülicher Verkehrswacht im Lokal „Zur Schlossmauer“ waren zwei Dinge: „Wir haben ordentlich und zufriedenstellend abgeschlossen“, wie Schatzmeister Ralf Broichgans betonte, und: „Wir haben Nachwuchsprobleme. Wir brauchen dringen überall Verstärkung, sonst können wir das nicht mehr leisten“. Letzteres unterstrich Vize-Vorsitzender Jakob Loevenich. Der für drei Jahre in seinem Amt bestätigte Vorsitzende Hartmut Dreßen gab im Rahmen seines Rechenschaftsberichtes einen Einblick in die Personalien: „Viele erfahrene Mitarbeiter scheiden aus“, vor allem aus Altersgründen, wie Dreßen herausstellte. Überraschend hatte allerdings Geschäftsstellenmitarbeiterin Erika Schlarbaum nach 15 Jahren zum Jahresende gekündigt. Ihre Kollegin Heike Meurer-Kühne ist weiterhin im Dienst, aus diesem Grund ist die Geschäftsstelle aber dienstags nicht mehr besetzt. Nach 17 Jahren quittierte Beisitzer Manfred Mertens seinen aktiven Dienst, der eine große Lücke hinterlässt. Ferner hören Platzwart Theo Krohn und Busbetreuer Peter Oellers auf, der ferner für die Spanntuchaktionen zuständig war. Seinen Dienst hat Willi Wackers bereits übernommen. Das Kassenhaus besetzt vorübergehend Leonie Rick. Neuer Trainer ist Frank Sonntag, neuer EDV-Administrator Engelbert Rücker, der erstmals der Versammlung beiwohnte.

Erfolgreich sind weiterhin die Aktionen und Investitionen der Verkehrswacht in ihrem Wirkungsbereich Jülich, Linnich, Aldenhoven, Inden, Niederzier und Titz: „Wir hatten 30 Fahrzeuge mehr auf dem Verkehrsübungsplatz als im Vorjahr“, nämlich 11.753, ein absoluter Rekord“, freute sich Dreßen, der während der Feier zum „kleinen“ 65-jährigen Jubiläum mit der Goldenen Ehrennadel der Landesverkehrswacht NRW ausgezeichnet wurde.

Die Verkehrswacht investierte kräftig in eine neue Gleitfläche, die in drei Ausbauphasen neu gestaltet wurde, ferner in einen Unterstand nach Muster einer überdachten Bushaltestelle, in einen neuen Ofen im Schulungsraum und in die Befestigung der restlichen Ecken der Fahrbahnen im Verkehrsübungspark. Ferner schaffte der gemeinnützige Verein den kostspieligen Simulator „lenken statt ablenken“ an, der bereits sehr erfolgreich eingesetzt wurde und mit dem die Wacht eventuell auch „in Schulen und Betriebe gehen könnte“. „Eine positive Entwicklung“ nahm nach Bekunden von Broichgans auch das Spendenaufkommen. Ferner gewährleistet die Verkehrswacht nunmehr die „digitale revisionssichere Archivierung“, das heißt, jedes Dokument wird unverändert und jederzeit wiederfindbar archiviert.

Für das laufende Jahr ist die Wiederholung der bewährten Aktionen der Verkehrswacht geplant. Dazu zählen eine Osteraktion in Jülich mit Stadt und Polizei, die Präsenz der Verkehrswacht mit Sehtestangebot beim Frühlingsfest der Werbegemeinschaft und der Overbacher Kirmes. Jeweils eine Fahrradbörse steht am 14. April und am 15. September im Kalender, angedacht ist die Bundesaktion „Fahr Rad, aber sicher“ im Gymnasium Zitadelle. Ein Fahrradturnier ist in Huchem-Stammeln für den 24. Mai geplant, weil es dort gut läuft, da es „von der Grundschule unterstützt wird“, wie Dreßen betonte. Kaum bis gar keine Resonanz fand hingegen das Fahrradturnier in den letzten Jahren im Mädchengymnasium. „Das Interesse der Kinder am Fahrradfahren nimmt ab“, bedauerte der Vorsitzende. Ein weiterer „Blaulichttag“ mit der Feuerwehr Jülich ist für den 29. Juni geplant. Die 55 Kindergärten im Nordkreis sind bis auf die in Titz – aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Materials – bereits mit dem Hefte-Set „Sicher zur Schule“ versorgt.

(ptj)
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