Fledermausnacht in der Zitadelle Jülich

Könige der Nacht unter Beobachtung : Fledermausnacht in der Zitadelle Jülich

Allen Fledermausliebhabern steht eine spannende Nacht bevor. Am 24. August findet wieder die Fledermausnacht in der Jülicher Zitadelle statt. Seit 2005 veranstaltet der Arbeitskreis Fledermausschutz Aachen, Düren, Euskirchen mit dem Museum Zitadelle den aufregenden Themenabend.

Dieses Jahr soll das Programm leicht verändert werden. Die Fledermausnacht findet in einer etwas abgespeckten Form statt. Trotzdem gibt es viel zu erkunden. Jede Fledermausführung ist zweigeteilt: Bei der ersten Hälfte ist es den Besuchern möglich, die Schlafquartiere der Tiere zu sehen. Dazu wird ihnen Fledermauswissen vermittelt. Nach 30 Minuten geht es dann zur Livebeobachtung. „Die Zitadelle Jülich ist ein Fledermausquartier, dort werden sie auch erforscht“, erklärt Dr. Christoph Fischer vom Museum Zitadelle Jülich.

Beim Lebendfang stellen die Fledermaus-Experten in den Gängen deshalb Netze auf. So ist es möglich, die Tiere zu fangen und zu untersuchen. „Bei der Station an den Netzen kann man Fledermäuse ganz nah sehen“, erzählt Fischer. Die Flattertiere live zu sehen wird das Highlight des Themenabends. Die Fledermaus-Schützer Holger und Henrike Körber merken jedoch an: „Wir können keine Prognose abgeben, ob und welche Tiere gefangen werden. Es handelt sich bei der Fledermausnacht um eine Untersuchung, deren Ergebnis offen ist.“

Auch die kleinen Besucher der Veranstaltung kommen auf ihre Kosten. Für sie ist ein kreativer Zeitvertreib bereitgestellt. Gemeinsam werden Stofftaschen bedruckt. Mit Stempeln können die Taschen mit Zitadellen- oder natürlich Fledermausmotiven gestaltet werden. Der Arbeitskreis stellt außerdem noch zwei Infostände bereit. Dort werden sich Fledermaus-Experten allen Fragen der Besucher stellen. Trotz des etwas kürzerem Programms betont Fischer: „Das Kernanliegen, heimische Fledermäuse, ihre Lebensräume, ihre Ansprüche vorzustellen und für ihren Schutz zu werben, ist natürlich gleich geblieben.“

Klimabedingungen stimmen

Die Tiere der Nacht fühlen sich nämlich in Jülich äußerst wohl. Vor allem die Zitadelle hat es ihnen angetan. Das liegt hauptsächlich an den in der Zitadelle vorhandenen Klimabedingungen. Durch die gleichmäßig kühl temperierten und feuchten Gänge der Zitadelle entstehen verschiedene Klimazonen innerhalb des Gebäudes. „Genau diese Klimazonen entsprechen den Anforderungen dieser hoch sensiblen Tiergruppen“, erklären die Fledermaus-Experten. Insgesamt neun verschiedene Fledermausarten lassen sich in den Wintermonaten in der Zitadelle Jülich finden. Auch die Bechsteinfledermaus aus dem Hambacher Forst nutzt das alte Gemäuer, um dort zu überwintern. „Die Zitadelle muss deshalb besonders geschützt werden.“, betonen die Fledermaus-Schützer.

Das Programm der Fledermausnacht Jülich beginnt um 20Uhr. Die letzte der sechs Führungen startet um 23 Uhr und wird circa gegen Mitternacht ihr Ende finden. Damit alles wie geplant verlaufen kann, ist eine Anmeldung unter museum@juelich.de, cfischer@juelich.de oder 02461/937680 erforderlich.