FH-Campus Jülich: Ein Festival für junge Wissenschaftler

Sommerschule auf dem FH-Campus Jülich : Ein Festival für junge Wissenschaftler

Da kommen ja fast schon Festival-Gefühle auf auf dem Jülicher FH-Campus. Statt Musik wurde Wissen vermittelt. Bei der Summer School Renewable Energy – übersetzt in etwa Sommerschule für erneuerbare Energien - waren insgesamt 27 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern im Solar-Institut in Jülich versammelt.

Unter anderem aus Taiwan und Marokko. Geschlafen haben sie, ganz Festival getreu, in Zelten auf einer Wiese direkt am Campus. Zum 33. Mal fand die Summer School Renewable Energy in Jülich statt. Dieses Jahr jedoch zum ersten Mal auf internationaler Ebene. Denn die Kurse waren auf Englisch. „Das war auch der Grund, warum es vergangenes Jahr nicht stattfinden konnte. Wir waren in Planung für die englische Version dieses Jahr“, sagte Sebastian Steiniger, einer der Organisatoren. Aus der ganzen Welt kamen Studierende für die zweieinhalb Wochen Intensiv-Kurs nach Deutschland. Laut dem Leiter der Summer School, Dominik Endter, waren es insgesamt acht Studenten aus dem Ausland. Hinzu kamen dann noch die Auslandsstudierenden der FH Aachen selbst. Einer von ihnen ist Sumit Bhardwat, er studiert an der Fachhochschule Energietechnik. „Das hier wird als eine Art Mini-Praktikum angesehen. Ich möchte meinen Master machen und kann mir das anrechnen lassen“, sagt er. Studierende haben die Möglichkeit, durch ihre Teilnahme sogenannte ECTS, also Semester Credits, für ihr Studium zu erhalten. Dafür mussten sie eine Prüfung im Rahmen der Veranstaltung absolvieren und auch bestehen.

Der Sommerkurs besteht jedes Jahr aus Vorträgen, Exkursionen und sogenannten Zukunftswerkstätten. Eine dieser Werkstätten fand am vorletzten Tag der Summer School statt. Aufgeteilt in fünf Gruppen sollten die Teilnehmer sich eigene Ideen zum Thema Erneuerbare Energie überlegen. „Die Themenfindung ist den Teilnehmern dabei freigestellt“, erklärte Steininger. Diese Aufgabe bezog sich dabei auch hauptsächlich auf einen Vortrag des Vortages über die Nachhaltigen Ziele der Vereinten Nationen. Am Nachmittag sollten die Ergebnisse der intensiven Arbeit dann vor einer Jury aus Experten vorgestellt werden. „Hier gibt es aber nicht nur Frontalunterricht, sonder auch Praxis, um das Gelernte zu erleben“, erzählte der Organisator. Die Teilnehmer durften zum Beispiel mit einem Elektroauto fahren und das Auto der Zukunft begutachten. Außerdem wurden ihnen Solarkocher zur Verfügung gestellt, mit denen zum Beispiel gebacken wurde. „Perfekt für das praktische Erlebnis“, sagt Steiniger enthusiastisch.

Unter den Teilnehmern waren auch Wiederholungstäter zu finden. Marcel Marquart war nicht zum ersten Mal Teil der Summer School. Die Kombination aus Freizeit-Gefühl und interessanten Themen habe ihm sehr gut gefallen, erzählt er. Die Studierenden waren nämlich nicht nur „am Pauken“. Auch die Geselligkeit war ein wichtiger Punkt in den zweieinhalb Wochen. Die Teilnehmer hatten auf der einen Seite die Möglichkeit, ihre Freizeit und Wochenenden selbst zu gestalten. Auf der anderen Seite gab es aber auch viele gemeinsame Aktivitäten: Grill- und Filmabende oder auch eine Pub-Tour durch Jülich standen auf dem Programm.

Ein bisschen Festival-Flair: Die Teilnehmer zelten auf dem FH-Campus. Foto: Alena Kohler