Koslar: Festmesse und Broschüre zum 350. Todestag von Goswin Nickel

Koslar: Festmesse und Broschüre zum 350. Todestag von Goswin Nickel

Am 31. Juli jährte sich der Todestag von Goswin Nickel zum 350. Mal. Der örtliche Geschichtsverein und die Kirchengemeinde würdigten den Jahrestag mit einer Festmesse und der Präsentation einer Broschüre über das Wirken des 10. Generaloberer der Gesellschaft Jesu, die als Kooperationsarbeit der Koslarer und Jülicher Geschichtsvereine herausgegeben worden ist.

In der vom Kirchenchor musikalisch gestalteten und von Pastor Peter Jöcken und Propst Josef Wolf zelebrierten Messe erinnerte eine dekorativ aufgestellte Zeichnung mit dem Porträt Goswin Nickels an den berühmten Sohn des Ortes.

Pastor Jöcken thematisierte in seiner Predigt die „evangelischen Räte“ Armut, Keuschheit und Gehorsam, denen sich besonders Menschen verpflichtet fühlen, die sich für ein gottgeweihtes Leben entschieden haben. In einer Zeit, in der es zu schlimmen Auswüchsen wie den Hexenverfolgungen gekommen ist, sei Goswin Nickel als Gegenpol in einem Atemzug mit Friedrich von Spee zu nennen, dem berühmten Verfasser der Flammenschrift gegen den Hexenwahn „Cautio Criminalis“.

Im Pfarrheim begrüßte Peter Wagner vom Geschichtsverein Koslar die vielen Gäste, die großes Interesse am Vortrag des Historikers Frank Pohle im Rahmen der Vorstellung der Broschüre „Goswin Nickel aus Koslar 1582 — 1664“ zeigten. Den Ausführungen Pohles zufolge ist das schriftliche Vermächtnis des 10. Generals der Gesellschaft Jesu dort leider nicht sehr sorgfältig dokumentiert worden, so dass die Spurensuche nicht leicht gewesen sei.

Neben der Auffrischung der biografischen Daten erwies sich die Schilderung der wesentlichen Stationen im Werdegang des jungen Mannes aus einer angesehenen Koslarer Schöffenfamilie bis hin zum Generaloberen des Jesuitenordens als äußerst spannend.

Höhepunkt des Vortrags war die Präsentation der grafisch sehr schön gestalteten Broschüre mit Texten von Dr. Peter Nieveler. Ein Zitat aus der Einleitung verdeutlicht die Absicht der Publikation: „Sinn meiner Darstellung ist es ..., zusammenfassend das Bild eines Mannes in seiner Heimat dem Bewusstsein der Menschen wieder näher zu bringen — eines Menschen, der ... Bedeutendes geleistet hat, dessen Persönlichkeit und Wirken im Dunkel der Geschichte zu versinken drohen und die auch in seiner Heimat kaum mehr bekannt sind.“

Es ist ein großer Verdienst des Autors, dass die Lektüre der 44 Seiten, auf denen die Gesellschaft Jesu und Goswin Nickel anschaulich beschrieben werden, niemals langweilig wird.

(jago)
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