Jülich: Fest der Kulturen: Marktplatz ist Startpunkt für Weltreise

Jülich : Fest der Kulturen: Marktplatz ist Startpunkt für Weltreise

Mit Liedern, Instrumenten, Tanz, Poesie und vielfältigen Genüssen feierten Menschen aus vielen Nationen beim fünften „Fest der Kulturen“ „ihr friedliches Miteinander“. 25 Länderpavillons waren rund um Markt- und Kirchplatz aufgebaut, allesamt reich geschmückt mit Flaggen, Fotos und Informationen ihrer Herkunftsländer.

Traditionelle Speisen wurden gereicht und Kunsthandwerk oder traditionelle Handarbeiten gezeigt. Die Anbieter stammen aus 14 Vereinen, von „Bana Afrika“ bis „Lynchs‘ Irish Pub“, hinzu kamen Einzelteilnehmer aus aller Herren Länder. Federführerin Beatrix Lenzen vom städtischen Amt für Familie, Generationen und Integration zeigte sich „sehr zufrieden mit der Resonanz. Man merkt die Begeisterung der Akteure und das Publikum genießt das“.

Marokkanische Gastfreundschaft: Der kleine Ayman reicht frisch aufgebrühten marokkanischen Tee herum.

Die Stadt Jülich kooperierte als Veranstalterin mit Vereinen und Vertretern aus aller Welt. Zum ersten Mal dabei waren Albanien/Kosovo, Kolumbien, Ecuador und Japan, hinzu kam ein bunt beflaggter Stand der Asyl- und Flüchtlingsbetreuung der Stadt Jülich mit teilnehmenden Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien, dem Iran und Irak.

Erstmalig vertreten war der Jülicher Weltladen als Informationsplattform über den fairen Handel. Neu war auch ein Präsentationsstand von Jülichs neuer Partnerstand Taicang, wo Bürgermeister Axel Fuchs kurzzeitig als chinesischer Minister hergerichtet wurde.

Menschen aus 120 Nationen

Bevor letzterer bei der Eröffnung am Morgen zu „einer Weltreise ohne Flugzeug“ einlud, erklärte er: „Wir leben hier die Vielfalt mit Menschen aus 120 Nationen und werden demnächst der Unesco-Städtekoalition gegen Rassismus beitreten.“ Anne-Marie Höthker, Vorsitzende des städtischen Integrationsrates, dankte den „Jülichern mit Migrationshintergrund“ für ihr Engagement.

Moderatorin Virginia Lisken trat mit einer Gruppe Kinder in der Nationaltracht ihrer Herkunftsländer zur internationalen Begrüßung auf die Bühne. Frisch aufgebrühten marrokanischen Tee trug der marokkanische Junge Ayman auf einem Silbertablett herum und bot jedem ein Glas davon an. Während die Gäste etwa Borschtsch, Couscous, Lahmacun oder die libanesische Frühstückspizza „Mana‘eesch“ kosteten, führten die „Reisen“ auf der Bühne durch Asien, Süd-Osteuropa, Irland und Australien, in den Orient, nach Pakistan und Sri Lanka, Afrika und Südamerika.

Neben den Folkloretänzen vom klassischen chinesischen Tanz bis zum „Irish Step“ ging eine pakistanische Modenschau über die Bühne. Andy Cormanns Didgeridoo erklang, im wilden Rhythmus spielten afrikanische Trommler auf, pure Energie entfaltete sich in der brasilianischen Kampfkunst „Capoerira“. Wenn das Bühnenprogramm pausierte, lauschten die Gäste im „Zelt der Poesie“ den in den Sprachen der Welt vorgetragenen Gedichte und Märchen, zum Spiel der Geige, Mandoline und der chinesischen Kniegeige.

Die Einführung in die Sütterlinschrift durch Uschi Bröcker zählte genauso zum Kulturprogramm wie chinesische und japanische Schriftzeichen. Die Exkursion in die Poesie beschloss Schauspieler René Blanche mit einem Monolog, in dem er „Die Welt durch berühmte Augen“ sah. Damit die vielen Gäste sich abschließend im Rhythmus des heißen Live-Latino-Groove der „Los Rumberos de Cuba“ bewegen konnten, bot die Tanzschule Baulig zuvor einen Schnell-Tanzkurs im „Afro-kubanischen Rumba“ an.

(ptj)
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