Niederzier: Feinstaubwerte schnellen in die Höhe

Niederzier : Feinstaubwerte schnellen in die Höhe

Der vorherrschende Ostwind der vergangenen Tage brachte nicht nur sonniges Frühlingswetter. Er ließ an der Luftmessstation Niederzier am Rande des Tagebaus Hambach auch die Feinstaubwerte in die Höhe schnellen. Messungen von mehr als 100 Mikrogramm pro Kubikmeter - doppelt so hoch wie vom Gesetzgeber an maximal 35 Tagen im Jahr toleriert - waren keine Seltenheit.

Nach nur dreieinhalb Monaten wurde der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter bis Mittwoch in Niederzier bereits an 23 Tagen überschritten. Zum Vergleich: In den Jahren 2007 und 2008 wurden „nur” 28 Überschreitungstage registriert.

Positive Auswirkungen

Noch im gerade erst veröffentlichten Jahresbericht 2008 spricht das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in punkto Luftqualität von „besonderen Erfolgen” im Bereich der Braunkohlentagebaue. Die ergriffenen Minderungsmaßnahmen am Tagebau Hambach hätten positive Auswirkungen erbracht.

Bereits im Jahr 2005 hatte das LANUV mit Unterstützung der Uni Wuppertal und der TU Darmstadt ermittelt, dass der Tagebaubetrieb als einzig greifbarer Verursacher mit rund 25 Prozent für die Feinstaubbelastung in Niederzier verantwortlich ist. Der Rest zählt zur nicht beeinflussbaren regionalen Hintergrundbelastung.

Daraufhin investierte RWE Power bereits vor Inkrafttreten des Aktionsplans am 29. September 2005 Millionen in Gegenmaßnahmen: Unter anderem werden seitdem die Anlagen am Bandsammelpunkt bei Ellen, von wo aus der meiste Feinstaub in die Atmosphäre aufsteigt, intensiver gereinigt, werden die Kohleförderwege besser beregnet, wird der Kohlebunker mit Feinstnebelkanonen „beschossen”. Darüber hinaus werden Fahrzeuge und befestigte Flächen intensiver gereinigt und unbefestigte Wege benetzt.

„Und die Maßnahmen haben ihre Wirkung nicht verfehlt”, verteidigte Lars Oppermann vom Dezernat für Immisionsschutz der Kölner Bezirksregierung gegenüber der DZ mit Blick auf die Messergebnisse der Jahre 2007 und 2008 noch einmal die Entscheidung, keine weitergehenden Maßnahmen in einem expliziten Luftreinhalteplan zu veranlassen.

Das freilich könnte sich in den nächsten Wochen und Monaten ändern. „Wenn in Niederzier die Zahl von 35 Überschreitungstagen erreicht wird, sind wir gesetzlich zum Handeln gezwungen.

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