Nach zweijährigem Aufenthalt: Father Tyronne muss zurück nach Colombo

Nach zweijährigem Aufenthalt : Father Tyronne muss zurück nach Colombo

18 Weltpriester aus anderen Diözesen üben derzeit im Auftrag des Bischofs priesterliche Dienste im Bistum Aachen aus – nach Bekunden von Anja Klingbeil, Pressereferentin im Bischöflichen Generalvikariat Aachen. Noch ist einer von ihnen Pastor Tyronne Perera aus Colombo (Sri Lanka), mit vollem Namen Weerasinghe Arachchige Athula Tyronne (53). Nach zwei Jahren verlässt er Anfang Dezember Jülich.

„Father Tyronne und die deutsche Sprache sind keine Freunde geworden“, benennt Propst Josef Wolff mit großem Bedauern den Grund. Das Bistum Aachen setzt Sprachebene B voraus, dieser Anforderung konnte Tyronne Perera trotz aller Mühen nicht gerecht werden. „Mein Gott, ja, Pfarrer Wolff ist ein echter Freund geworden, ich wünsche, ihn wiederzusehen“, betonte Tyronne in der englischsprachigen Unterhaltung in der Wohnung des Propstes in der Stiftsherrenstraße, die letzterer ganz selbstverständlich mit dem Gastpriester aus Colombo teilt. Durch seine Patentante war Tyronne schon als Kind Deutschland sehr zugeneigt. Traurig kehrt er nun nach Colombo zurück, wo ihm Kardinal Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don eine „Diskussion“ anbietet, wohin ihn nun sein priesterlicher Auftrag führen wird.

In Colombo gibt es im Gegensatz zu Deutschland ein Überangebot an Priestern. Vermutlich wird es ein englischsprachiges Land sein, ob nun Großbritannien, die USA oder Australien, wo Tyronne seiner Berufung zufolge „für die Menschen arbeiten“ kann. Gleichzeitig ist er sich der notwendigen Bereitschaft eines Priesters voll bewusst, dorthin zu gehen, wohin er gesandt wird. Tyronnes bisheriges Wirken in Jülich kam durch Kardinal Ranjith zustande, der 1995 Bischof von Ratnapura war, der Diözese, die seit 1992 mehr oder weniger intensiv mit St. Adelgundis Koslar eine Patenschaft unterhält. Deshalb wurde Tyronne bereits offiziell in einer Messfeier in St. Adelgundis verabschiedet.

Zunächst hatte sich das Bistum wegen der Unterschiede in Kirche und Kultur „sehr reserviert“ gezeigt. Seit Februar 2018 existiert nun aber die „Bischöfliche Verlautbarung Nr. 14“, eine „Ordnung für den Einsatz von Priestern der Weltkirche im pastoralen Dient des Bistums Aachen“, sicher ein akzeptabler Lösungsansatz, Priesterüberfluss auf der einen Seite der Weltkugel und Priestermangel auf der anderen auszugleichen. Welches persönliche Resümee zieht Tyronne Perera aus seinem Gastaufenthalt in Deutschland? „Die Deutschen sind glückliche Menschen. Sie feiern viel.“

Als Beispiele nennt der weltoffene Geistliche aus Colombo den Karneval oder die Martinszüge, einen davon besuchte er im Anschluss an das Pressegespräch. Dass in Deutschland nur wenig Kinder und Jugendlich in die Kirche gehen würden, ist ihm natürlich nicht verborgen geblieben. Im Gegenzug hätten aber die älteren Gläubigen und Messbesucher eine „wirklich spirituelle Verbindung zu Gott“.

Father Tyronne hinterlässt den vielen Menschen, die ihn ermutigt haben, seine Emailadresse zum weiteren Austausch: rev.fr.tyronne@gmail.com

(ptj)