Fairtrade-Laden jetzt am Jülicher Marktplatz

Fairtrade-Laden an neuem Standort : Am Markt wird jetzt fair gehandelt

Sie zeigen Mut, die zehn „festen“ Ehrenamtlerinnen, die für Fairtrade und damit für Humanität einstehen. „Alleine mit Frauenpower“ haben sie eine Woche lang nach den Ladenöffnungszeiten geschuftet, wobei ihre Familien ihnen den Rücken stärkten.

Und das alles nur probeweise für sechs Wochen bis nach Weihnachten. „Wenn es wirklich gut läuft, bleiben wir auch hier“, betonte Weltladen-Mitarbeiterin Marzena Vomberg. „Wir vergleichen das Weihnachtsgeschäft 2018 mit dem von 2017“, setzte Roswitha Clermont nach. Der alte Laden ist „mit Vorbehalt gekündigt“, der neue nur probeweise gemietet, wobei Vermieter Hellmut Hoen den Frauen „unheimlich entgegengekommen ist“.

Der neue Weltladen liegt nicht nur zentraler, er ist zudem größer und wirkt viel übersichtlicher. Hier kommt die Tatsache deutlicher zur Geltung, dass das Sortiment im Weltladen ständig erweitert wird, vor allem im Kunsthandwerk. Dazu zählen etwa Batikarbeiten aus Simbabwe, deren Muster durch auf den gefärbten Stoff gelegte Pflanzen in der Sonne entstehen. Weitere Beispiele sind afrikanische Skulpturen oder Salz- und Pfefferstreuer aus den Früchten des Baobabbaumes.

Der Jülicher Weltladen hat nur zertifizierte Zulieferer, die zudem allesamt auch vom Weltladenverband anerkannt sind. Bekanntermaßen entfallen im Fairtrade die Zwischenhändler, so dass die Preise der Erzeuger garantiert werden können. Marzena Vomberg möchte das Vorurteil widerlegen, Fairtrade-Produkte seien grundsätzlich teuer. „Es gibt wirklich Sachen für jedes Portemonnaie“, sagt sie. Wirklich geschockt sei sie von der Aussage eines Paares gewesen, das der Meinung war, im Internet gäbe es die Fairtrade-Waren zum halben Preis.

Erstmal sei das Statement schlicht falsch, die Ladenpreise seien angeglichen, zweitens „widerspricht das Internet (grundsätzlich) der Idee des Fairtrade“. Eine wirklich guter Gedanke ist hingegen, die Idee des fairen Handels im internationalen Jülich anzusieldeln, die Herzogstadt zu einer „Fairtrade-Town“ zu machen.

Von dieser Idee ist auch Bürgermeister Axel Fuchs begeistert und versprach dem Weltladen-Team gegenüber seine Unterstützung. Im Pressevorgespräch war Fuchs leider erkrankt. Drei der fünf Kriterien für eine Fairtrade-Town sind laut Marzena Vomberg bereits erfüllt: In den lokalen Einzelhandelsgeschäften, bei Floristen, in Cafés und Restaurants werden mindestens je zwei Produkte aus dem fairen Handel angeboten. Zudem werden fair gehandelte Produkte in öffentlichen Einrichtungen, in Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet.

Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt. Drittens berichten die öffentlichen Medien über alle Aktivitäten zur Fairtrade-Town. Die zwei (noch) fehlenden Kriterien sind der Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels und eine lokale Steuerungsgruppe mit mindestens je drei Personen aus den Bereichen, Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

(ptj)
Mehr von Aachener Nachrichten