Fairness für heimischen Rübenanbau gefordert

Protest an Jülicher Zuckerfabrik : Foulspiele beim Rübenanbau

Auf dem Rübenhof der Jülicher Zuckerfabrik, in der momentan die Dicksaft-Kampagne läuft, die gleich im Anschluss an die Rübenkampagne gestartet wurde, hatten sich am Freitagnachmittag gut 200 Rübenbauern und etliche Beschäftigte des Werkes von Pfeifer & Langen versammelt, um gegen Wettbewerbsverzerrungen zu protestieren.

Nach der Kundgebung, die vom Rheinischen Rübenbauer-Verband und dem Jülicher Werk von Pfeifer & Langen organisiert worden war, kamen die Landwirte in der Kantine des Werks zusammen, um dort unter anderem zu erfahren, wie sie auf ihren Anbauflächen künftig die virusübertragenden Blattläuse bekämpfen. Nachdem von der EU die Verwendung Neonicotoid-haltiger Rübenbeizen verboten worden war, müssen die hiesigen Landwirte auf das entsprechend präparierte Saatgut verzichten. Während dieses Verbot etwa in Deutschland und Frankreich durchgesetzt wird, ist es in inzwischen 13 von 19 EU-Staaten dergestalt unterlaufen worden, dass die Beizen dort per Notfallverordnung weiter eingesetzt werden.

Nicht nur dieser Nachteil macht den lokalen Landwirten zu schaffen, die Ertragsverluste und Einkommenseinbußen befürchten, verstärkt wird das Ungleichgewicht der Standorte noch durch Beihilfen in elf der genannen 13 EU-Staaten, die damit ihre Rübenanbauer unterstützen. „Wir brauchen unsere Landwirte“, übt sich eine Kantinenmitarbeiterin im Schulterschluss mit den Rübenproduzenten, die das Werk beliefern.

(ahw)
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