„Euregio Jazz Festival“ lockt viele Besucher an

„Euregio Jazz Festival“ : Das ganz spezielle New-Orleans-Gefühl

Das „Euregio Jazz Festival“ erweckte bei den vielen Besuchern einmal mehr ein ganz spezielles New-Orleans-Gefühl.

Auch in der siebten Auflage hat das „Euregio Jazz Festival“ nichts von seinem Reiz verloren. Von allen Konzerten wurde im Lauf des Abends über einen guten bis sehr guten, teils sogar hervorragenden Besuch berichtet. Die Freunde der gepflegten Jazzmusik genossen gemeinsam mit den Musikern das ganz spezielle New-Orleans-Gefühl, das sich an den fünf Veranstaltungsorten in Jülich in traditioneller Kneipenatmosphäre breit machte.

Überall war zu spüren, dass die Besucher einen entspannten Abend erleben wollten und bereit waren, sich unvoreingenommen von den musikalischen Darbietungen gefangen nehmen zu lassen. Damit waren zweifellos beste Voraussetzungen für ein gelungenes Wechselspiel zwischen Musikern und Zuhörern geschaffen.

Als Veranstalter präsentierten der Jazzverein Aachen, der Jazzclub Vaals, der Jazzclub Zuid Limburg und der Jazzclub Jülich Bands, die neben überwiegend traditionellem Jazz auch einige spezielle Varianten spielten. So zeigte sich im Bistro am Schwanenteich das Niek-&-Friends-Quartet mit Dixieland-Songs, Musik von Sidney Bechet oder auch Bossa-Nova-Stücken in bester Spiellaune. In größerer Besetzung animierten die Four-Stream-New-Orleans-Jazzband im Café Fleur, die Barrelhouse-Jazzband im Café Extrablatt und die Sun Lane Ltd. im Café Liebevoll die Gäste mit mitreißenden Sound vom ersten Ton an zu rhythmischen Mitmachbewegungen. Überall gab es für diverse Soli der durchweg großartigen Interpreten begeisterten Beifall.

Auf dem Weg zwischen den einzelnen Gaststätten war aus den Gesprächen der Zuhörer besonders häufig zu hören, dass im Caseus&Vinum beim Revival-Quartett eine „unglaublich tolle Sängerin“ am Mikrofon sei. Ohne die Leistung der anderen Darbietungen zu schmälern, darf das Hörerlebnis der fantastisch variationsreichen Stimme von Heike Kraske, übrigens einzige Frau bei diesem Festival, als Highlight bezeichnet werden.

Sehr positiv wirkten sich an allen Spielstätten die Anmoderationen der Bandmitglieder zu den einzelnen Songs aus. Locker, humorvoll und dennoch interessant wurden Klassiker wie „Afternoon In Paris“ von John Lewis und Sacha Distel oder weniger bekannte Songs wie „Le Marchand De Poisson“ von Sidney Bechet dem Publikum näher gebracht. Ein besonderer Reiz des Gesamtfestivals war zudem die Gelegenheit, erleben zu können, dass kraftvolle Jazzmusik in allen Räumlichkeiten unabhängig von den von teils enormen Größenunterschieden die Hörer in ihren Bann zu ziehen vermag – sie muss nur so gut performed werden, wie von den fünf Combos des „7. Euregio Jazz Festivals“.

(jago)
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