1. Lokales
  2. Jülich

Forschungszentrum: Erster europäischer Superrechner kommt nach Jülich

Forschungszentrum : Erster europäischer Superrechner kommt nach Jülich

Das Forschungszentrum Jülich wird Standort des ersten europäischen Computers, der mehr als eine Trillion Rechenoperationen in der Sekunde ausführen kann.

Die Entscheidung ist gefallen. Das Forschungszentrum Jülich wird Standort des ersten europäischen Exascale-Rechners. Der Supercomputer soll als erster Rechner in Europa die Grenze von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde – einer eins mit 18 Nullen – brechen. Die Rechenleistung werde fünf Millionen moderne Notebooks oder PCs übertreffen, teilte das FZJ am Mittwoch mit.

Der sogenannte Exascale-Rechner namens „Jupiter“ solle dazu beitragen, wissenschaftliche Fragen etwa zum Klimawandel und zur nachhaltigen Energieerzeugung zu lösen. Auch soll es um Bewältigungen von Pandemien gehen. Kostenpunkt: eine halbe Milliarde Euro. Davon kommen 250 Millionen von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC JU und weitere 250 Millionen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Rechner wird ab 2023 in einem eigens dafür errichteten Gebäude auf dem Campus in Jülich installiert werden. Als Betreiber ist das Jülich Supercomputing Centre (JSC) vorgesehen, dessen Superrechner Juwels und Jureca aktuell bereits zu den leistungsfähigsten Supercomputern der Welt gehören.

Eine große Herausforderung ist der Energiebedarf von Jupiter. Die erwartete mittlere Leistung beträgt bis zu 15 Megawatt. Jupiter ist als „grüner“ Rechner konzipiert und soll mit Ökostrom betrieben werden. Die vorgesehene Warmwasserkühlung soll dazu beitragen, dass Jupiter höchste Effizienzwerte erreicht. Zugleich eröffnet die Kühltechnologie die Möglichkeit, die entstehende Abwärme intelligent zu nutzen, etwa wie das Vorläufersystem Juwels, das an das neue Niedertemperaturnetz auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich angeschlossen ist.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, dass der Rechner nach Jülich komme, sei „eine Auszeichnung für die Wissenschaft und die Exzellenz insgesamt in unserem Land“. Auch Astrid Lambrecht, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich, freut sich: „Die Entscheidung für Jülich als Standort für den europäischen Exascale-Rechner wird dazu beitragen, das Forschungszentrum als herausragenden Standort für das Supercomputing und international sichtbare Entwicklungsstätte für zukunftsweisende Technologien weiter auszubauen.“

(red/dpa)