Jülich: Erste Abschlüsse am Beruflichen Gymnasium Wirtschaft/Verwaltung

Jülich: Erste Abschlüsse am Beruflichen Gymnasium Wirtschaft/Verwaltung

Deniz, Muhammet und Michelle haben es fast geschafft. Sie gehören zur Abschlussklasse des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft und Verwaltung, im Frühjahr steht ihr Abitur, die Allgemeine Hochschulreife, an. Die drei sind Pioniere am Berufskolleg Jülich, sie sind die Ersten, die den im Schuljahr 2012/13 eingerichteten Bildungsgang abschließen.

Der Schwerpunkt liegt auf den Wirtschaftswissenschaften, erreichen können die Schüler gleich zwei Ziele, das Abitur und den Berufsabschluss Kaufmännischer Assistent nach Landesrecht. Der Bildungsgang beinhaltet Fächer wie Betriebswirtschaftslehre, Betriebsorganisation, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Die Aufnahmevoraussetzung ist der mittlere Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe. „Gymnasiasten können direkt von der 9. Klasse in die 11. Klasse springen“, sagt Schulleiterin Heike Schwarzbauer. Ein Wechsel nach der 10. Klasse sei aber ebenfalls möglich, betont sie.

Für die Schüler bedeutet der Schulwechsel ein kompletter Neuanfang, im positiven Sinne. „Am Gymnasium war ich immer etwas schüchtern“, verrät Michelle Bellartz, „es war alles so groß.“ Auch die Noten ließen nach. Nun, am Berufskolleg, fühlt sie sich wohl, die Klasse und auch der Jahrgang ist mit 22 Schülern klein, ihre mündlichen Noten sind schnell besser geworden. Muhammet Sürer stimmt seiner Mitschülerin zu: „In einer kleinen Gruppe ist alles viel persönlicher.“

Anders als an der Gymnasialen Oberstufe wird am Beruflichen Gymnasium Wirtschaft und Verwaltung im Klassenverband unterrichtet. Der Bildungsgang ist einzügig, somit gut überschaubar. Schwarzbauer stellt das positiv heraus, in dem sie verdeutlicht: „Es ist eine Möglichkeit stabile Beziehungen in der Klasse aufzubauen.“

Klassenlehrer und Bildungsgangleiter Holger Foltz sieht noch einen anderen Vorteil: „Gymnasiasten können hier vollkommen neu anfangen.“

Deniz Asikan ist ehemalige Realschülerin, möchte nun Abitur machen. Zusätzlich eine Ausbildung zu absolvieren, reizte sie besonders. Die Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten ist im Bildungsgang mit Praktikumsphasen integriert, erklärt Holger Foltz. Im Anschluss an das Abitur folge noch mal ein zwölfwöchiges Praktikum, danach die Berufsabschlussprüfung im September. So ist ein Studienbeginn im Oktober möglich.

(dmd)
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