Erhalt der Kastanien: Bürger fordern Konzept für Rurdamm-Allee

Erhalt der Kastanien weiter fraglich : Bürger fordern Konzept für Rurdamm-Allee

Die Bürgerinitiative Kastanienallee Rurdamm fordert von der Verwaltung ein Konzept zum Erhalt der Bäume. Das sieht ein entsprechender Bürgerantrag vor, der am 6. Mai in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beraten wird.

Die Allee ist gleich aus mehreren Gründen gefährdet. Seit Jahren setzt die Miniermotte den Bäumen zu, hinzu kommt teilweise ein Pilzbefall. Regelmäßig im Herbst sammeln die Mitglieder der Bürgerinitiative das Laub der Bäume ein, weil die Larven der Miniermotte in den Blättern überwintern. Zusätzlich wurden 90 Nistkästen für Meisen in den Bäumen angebracht.

„Wir wissen, dass wir das Problem damit nicht lösen können, aber ohne unsere Arbeit wäre der Befall noch größer“, sagt Günter Dahmen von der Jülicher Bürgerinitiative. Seit Januar müssen sich die Bürger noch mit einem ganz anderen Problem herumschlagen, das den Bestand der Allee gefährdet. Unter dem Rurdamm verläuft eine Gashochdruckleitung. Die Wurzeln der Rosskastanien drohen die Leitung zu zerstören. So hatte der Energieversorger Thyssengas zunächst angekündigt, rund 60 Bäume fällen zu wollen.

Nach Protesten der Bürger und Gesprächen mit der Stadtverwaltung versprach Thyssengas, von einer Fällaktion Abstand zu nehmen und Alternativen zu prüfen. „Wir loten aktuell aus, welche Möglichkeiten es gibt“, betont Gerhard Hülsemann, Sprecher von Thyssengas. Er geht davon aus, dass die Leitung trotz ihres Alters von 90 Jahren auch in zwei bis drei Jahrzehnten noch genutzt werden kann, zumal eine Verlegung problematisch ist.

Verpflichtung der Stadt

Nicht nur für Dahmen ist diese Situation unbefriedigend. „Die Kastanienallee am Rurdamm ist rund 70 Jahre alt. Sie ist in das Alleenkataster des Landes aufgenommen worden und steht unter besonderem Schutz“, argumentiert die Bürgerinitiative und verweist auf die Verpflichtung der Stadt, für jeden Baum, der gefällt wird, einen neuen Baum zu pflanzen. Günter Dahmen: „Es dürften noch 350 Kastanien vorhanden sein. Mehr als 50 Bäume wurden bereits gefällt, aber nie etwas nachgepflanzt.“

Genau das fordert die Bürgerinitiative nun ein. Sie will den Erhalt der Allee. Dabei müssen es nicht unbedingt Kastanienbäume sein. „Uns ist klar, dass wir langfristig eine Nachfolgebaumart für die Allee finden müssen“, sagt Dahmen und schlägt als geeigneten Baum die Winterlinde vor. Dahmen: „Etwas mehr als 40 Linden stehen bereits an der Stadionbrücke.“

Es gibt allerdings noch ein weiteres Problem. So gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, ob der Rurdamm auch eine Hochwasserschutzfunktion hat. Der Wasserverband Eifel-Rur führt aktuell Berechnungen dazu durch. Zugrunde gelegt werden sogenannte Jahrhundertereignisse. Die Berechnung soll zeigen, wie hoch das Wasser steigen würde. Ergeben die Berechnungen, dass der Rurdamm tatsächlich auch dem Hochwasserschutz dient, gäbe es ein neues Problem, weil er dann gar nicht mehr neu bepflanzt werden dürfte.

(bugi)
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