Siersdorf: Endphase ist absehbar bei der Sicherung der Kommende

Siersdorf : Endphase ist absehbar bei der Sicherung der Kommende

„Wir unterstützen und fördern die Erhaltung bzw. den Wiederaufbau des Herrenhauses der Kommende Siersdorf. Wir streben an, dass das Bauensemble der ehemaligen Niederlassung des Deutschen Ordens wieder besser erfahrbar wird.

Mit unseren Aktivitäten wollen wir das Interesse für das Wissen um die Geschichte der Kommende Siersdorf wecken, beleben und vertiefen. Wir möchten eine dem Gemeinwohl verpflichtete, denkmalverträgliche und dauerhafte Nutzung des Herrenhauses der Kommende Siersdorf erreichen.“

„Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat sich der Förderverein Kommende Siersdorf e. V. mit diesem Leitsatz eine Aufgabe gegeben, die mit vielseitiger Unterstützung u. a. aus Bundes- und Landesmitteln sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und weiteren Institutionen zu einem ersten Ziel der Stabilitätssicherung führen konnten“, versicherte der Vorsitzende Guido von Büren auf der Mitgliederversammlung. Diese umfangreichen Vorgaben für die Sicherungsmaßnahmen ist nach seiner Einschätzung „als ein Vielseitigkeitskonzept mit den maßgebenden Institutionen der Denkmalpflege abgesprochen und konnte auch mit einem vereinseigenen Bautrupp als wichtige Eigenleistung vorangetrieben werden“.

Der Vorsitzende freute sich auch über das große Interesse aus der Bevölkerung und erwähnte die regelmäßigen Führungen in der Ordensburg und den jährlichen Weihnachtsmarkt mit einem großen Besucher-Interesse. „Schon jetzt“, so vermerkte es von Büren, „können wir der Endphase in dem Bemühen um die Sicherungsmaßnahmen entgegen sehen.“

Neuer Eingangsbereich

Dabei verwies er auch auf eine Bachelor-Arbeit der RWTH Aachen, die sich mit Nutzungsmöglichkeiten als Anlaufstelle für Besucher befassen wird. Weitere Maßnahmen befassen sich auch mit Planungen für einen neuen Eingangsbereich zum Kommende-Hauptgebäude. Lobenswert erwähnte der Vorsitzende auch ein bereitwilliges Entgegenkommen der Bezirksregierung in den einzelnen Belangen für den Erhalt der Ordensburg.

In den einzelnen Regularien der Tagesordnung konnte Kassierer Rolf Leese mit dem Kassenbericht auch die Aufnahme von elf neuen Mitgliedern verkünden. Mit einem Dankeswort durch Kassenprüfer Robert Motsch wurde dem Kassierer einstimmig Entlastung erteilt. Bedingt durch den bedauernswerten Rücktritt von Kassierer Leese konnte mit einstimmiger Wahl Heinz Clausmann als Nachfolger gewählt werden.

Einen Höhepunkt in der Versammlung bildete der Ausblick auf das kommende Jahr, wenn die Deutschordens-Kommende Siersdorf auf 800 Jahre Geschichte zurückblicken kann.

Als Niederlassung des Deutschen Ritterordens in Siersdorf ist sie die älteste innerhalb der ehemaligen Ballei Alden Biesen. Durch Schenkung von Graf Wilhelm III. von Jülich anlässlich der Belagerung der Stadt Damiette — im Nildelta gelegen—, wurde dem Orden die Kirche zu Siersdorf mit allem Zubehör übertragen. Von der Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1219 haben sich zwei Ausfertigungen erhalten. Ein Exemplar befindet sich im NRW-Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf und ein zweites im Deutsch-Ordens-Zentralarchiv in Wien.

Festausschuss und Arbeitskreis

Viele Überlegungen richten sich im Förderverein auf dieses große Jubiläum, zu dem die Gründung eines Festausschusses geplant ist. Gleichzeitig soll auch ein Arbeitskreis gegründet werden, der schon nach Ostern seine Aktivitäten aufnehmen wird. Vorgesehen ist eine wissenschaftliche Tagung des Landschaftsverbandes Rheinland als „Historische Kommission des Deutschen Ordens zwischen Rhein und Maas“. Weiterhin werden auch eine Wanderausstellung mit Bildern der Siersdorfer Kommende von der Sparkasse Düren als Sponsor angeboten. Vorgesehen sind auch Konzerte, Sonderführungen über das ganze Jahr und die Einbindung von Jugendverbänden und Schulen mit einem Malwettbewerb. Zudem sollen weitere historische Gebäude aus der näheren Umgebung mit der Siersdorfer Ordenskirche in das Jubiläum mit einbezogen werden.

(zts)
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