Körrenzig: Endet die unendliche Lärmgeschichte an der B57 bei Körrenzig?

Körrenzig : Endet die unendliche Lärmgeschichte an der B57 bei Körrenzig?

Bürgerbeschwerden zum Verkehrslärm in der Ortsdurchfahrt (OD) Körrenzig im Zuge der Bundesstraße 57 beschäftigen den Linnicher Stadtrat und seine Gremien bereits seit September 2009, als eine Anwohnereingabe den Verkehrslärm im Bereich Lindenstraße thematisierte.

Die B57 hatte im Bereich zwischen Körrenzig und Baal seinerzeit eine Belastung von durchschnittlich 9108 Fahrzeugen pro Tag. Wie sich die aktuelle Lärmbelastung neun Jahre danach darstellt, werden die Stadtverwaltung und einige Anwohner in den nächsten Tagen wohl erfahren, denn bis zum Ende des ersten Quartals 2018 hat Straßen NRW nach eigener Aussage die Bearbeitung von Messungen im Dezember abgeschlossen. In einem weiteren Schritt können bis zum Sommer Aussagen zur schalltechnischen Situation für das gesamte Siedlungsgebiet an der B57 gemacht werden. Sie werden sehnlichst erwartet, denn bislang hat die Lärm-Geschichte an der B57 noch kein gutes Ende.

Nachdem die Stadt 2009 die Einzel-Eingabe ans Straßenverkehrsamt, die Kreispolizeibehörde und den Landesbetrieb Straßenbau NRW zur weiteren Prüfung geleitet hatte, befasste das Thema Verkehrslärm an der B 57 im Zuge der Ortsdurchfahrt Körrenzig im Februar 2010 sowohl den Bau- und Umweltausschuss als auch den Haupt- und Beschwerdeausschuss. Zudem wurde Beigeordnetem Hans-Josef Corsten eine Unterschriftenliste von 98 Anwohnern der B57 aus Körrenzig überreicht. Beide Ausschüsse beschlossen einstimmig, die Umsetzung möglicher Lärm reduzierender Maßnahmen mit den zuständigen Stellen abzustimmen.

Lärmaktionsplan, Stufe 2

Vier weitere Jahre zogen ins Land, ehe im März 2014 im Bau- und Umweltausschuss der Entwurf eines Lärmaktionsplanes Stufe 2 vorgestellt wurde. Danach ergeben sich an Einzelgebäuden der B 57 in der OD Körrenzig im Bereich zwischen den Einmündungen Bahnhof-/Hauptstraße und Franzosenberg erhöhte Belastungswerte. Einzelne Grundstückseigentümer hatten zu diesem Zeitpunkt bereits selbst Maßnahmen zur Lärmminderung ergriffen, die in Form von hohen und breiten Hecken, Holz- und Betonzaunanlagen erfolgt ist.

Als weitere Maßnahmen zur Lärmminderung vorgeschlagen wurden Tempobeschränkungen im Bereich der OD, der Einbau lärmoptimierten Asphalts und passive Maßnahmen wie Lärmschutzfenster auf Antrag betroffener Anlieger.

Im Juni 2015 ergriff die Linnicher PKL-Fraktion die Initiative zur Verbesserung der Lebenssituation der Bewohner an der B 57 in Körrenzig. Sie beantragte, Straßen NRW als zuständigen Baulastträger aufzufordern, Lärmmessungen an den betroffenen Häuser der OD Körrenzig durchzuführen. „Um Schutzmaßnahmen für die betroffenen Bürger treffen zu können, ist nicht maßgeblich, welcher Lärm von der Straße ausgeht, sondern der Lärm, der bei den Betroffenen ankommt“, heißt es in der Begründung des Antrags, den der Fachausschuss einstimmig verabschiedete. Die PKL hatte in ihrem Antrag nicht zuletzt darauf verwiesen, dass nach der Inbetriebnahme des benachbarten Industriegebietes in Baal der Anteil der die B 57 befahrenden Lkw und der damit verbundene Lärm fast täglich zunehme.

Mit Schreiben vom 20. Dezember 2017 berichtet Straßen NRW, dass neben der Anfrage der Stadt Linnich zur Überprüfung der Lärmsituation an der B57 auch Einzelanträge von Anwohnern zur Prüfung ihrer Gebäude im Sinne der Lärmsanierung vorliegen. Deren Bearbeitung werde bis Ende des ersten Quartals 2018 abgeschlossen und die Antragsteller über die Ergebnisse informiert. Das dazu erstellte Berechnungsmodell der Lärm­imissionen könne erweitert werden, „um für das gesamte Siedlungsgebiet an der B 57 eine Aussage zur schalltechnischen Situation machen zu können“, schreibt die Regionalniederlassung Ville-Eifel.