Jülich: Eltern der Jülicher Schirmerschule packen Gesundes in die Frühstücksbox

Jülich : Eltern der Jülicher Schirmerschule packen Gesundes in die Frühstücksbox

„Wenn man dunkles Brot und Obst dabei hat, kriegt man zwei Sternchen. Ich finde das gut, das klappt jetzt ganz toll“. So erklärt die neunjährige Schirmerschülerin Céline das gesunde Frühstück, ein Teilbereich von „Klasse 2000“, das deutschlandweit erfolgreichste Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung.

„Wenn Süßes mitgebracht wird, kann man nicht aufgeschrieben werden“, ergänzt die siebenjährige Leticia. „Ich trink‘ jetzt in der Schule immer Wasser, das ist ohne Zucker“, hat die ebenfalls siebenjährige Chayenne gelernt.

Das Projekt wird von einem gemeinnützigen Verein getragen und über Spenden finanziert, meist in Form von Patenschaften für einzelne Klassen. Der Damen-Lionsclub „Gavadiae“ ist einer der Sponsoren und Pate dreier Unterstufenklassen der Schirmerschule, und das schon seit mehr als sechs Jahren — mit einer Spende von jährlich rund 1500 Euro.

Die „Gavadiae“-Damen starteten mit einer Klasse, erweiterten auf zwei und schließlich drei Klassen. „Das Projekt ist ein Baustein unserer guten gesunden Schule, in physischer und psychischer Hinsicht. Das ist im Schulprogramm verankert“, hebt Schulleiterin Beate Wirth-Weigelt das Besondere hervor. „Wir haben uns damals angemeldet und sind sehr froh, Gavadiae als Unterstützerin bekommen zu haben“, ergänzt sie.

Ernährungslehre und Anatomie

Das Gesundheitsprogramm ist gestaffelt in die Bereiche Ernährungslehre, Anatomie und Gefühle und Gewalt, wie Ciliane Michulitz erläutert. Sie teilt sich mit Christiane Schröder den Unterricht. Die Damen haben mehrere Kurse absolviert und profitieren von den umfangreichen Unterrichtsbausteinen in Form von Infoheften, Plakaten und Lernspielzeug. Beispiele dafür sind Klebeblättchen für die Demonstration der Verdauungstätigkeit oder Luftbälle zur Veranschaulichung des Lungenvolumens. Im Übrigen entwickelte ein Chefarzt für Lungenheilkunde, Dr. med. Pál Bölcskei, 1991 am Klinikum Nürnberg das Projekt für Kinder.

Seit Beginn des Schuljahrs organisieren Michulitz und Schröder mit den jüngeren Kindern ein gesundes Frühstück mit zugehöriger Krönung des „Frühstückskönigs“ zur Motivation. Klassenlehrerin Silvia Mertens hatte die Idee, die Kinder anzuregen, mit ihren Eltern — die ebenfalls zum Mittun motiviert werden sollen — gutes gesundes Brot und Obst in ihre Frühstückboxen zu packen, das gemeinsam in der Schule verzehrt werden. Ferner haben die „Gavadiae“-Damen mit den Kindern Körnerbrot gebacken, Obst oder Gemüse geschnitten und ein appetitliches Frühstücksbuffet hergerichtet. Nicht zuletzt verdient die „Teilnahme am Gesundheitsprojekt“ einen Zeugnisvermerk.

„Unsere Schüler sollen gesund, stark und selbstbewusst sein“, sagt Wirth-Weigelt und betont in diesem Zusammenhang die Gewalt- und Suchtprävention als Teil des Projekts. Hier geht es einerseits darum, „Nein“ sagen zu dürfen, andererseits um das Einhalten bestimmter Regeln im Konfliktfall.

„Wir entwickeln uns immer weiter“, freut sich Wirth-Weigelt, die im Sommer in Ruhestand tritt und viel von bleibendem Wert hinterlässt. „Ich geb‘ Gas bis zur letzten Minute“, verspricht sie.

(ptj)