Linnich: Eine Woche so bunt wie die Kultur selbst

Linnich: Eine Woche so bunt wie die Kultur selbst

„Für acht Tage brummt der Bär in Linnich”, bemerkte zufrieden Bürgermeister Wolfgang Witkopp bei der Eröffnung der Linnicher Kulturwoche im Rathaus der Stadt.

Es war den Organisatoren unter der Federführung von Karin Krüger und Justus Peters wieder einmal gelungen, für eine Woche das kulturelle Leben der Stadt aufblühen zu lassen.

Breit gefächert

„Es ist für jeden etwas dabei”, erklärte der Bürgermeister, und ein Blick auf das umfangreiche Wochenprogramm gab ihm Recht. Ob Musik, Kunst oder Literatur, Stadtführungen, Konzerte, Lesungen und Ausstellungen, das Programm ist breit gefächert und überaus abwechslungsreich.

So dankte Wolfgang Witkopp dann nicht nur den Organisatoren und Künstlern, sondern auch den zahlreichen Sponsoren, die viele Aktionen überhaupt erst möglich machten.

Wie bunt und vielfältig diese Kulturwoche gestaltet ist, wurde alleine schon bei der Ausstellungseröffnung deutlich, die in dieser kleinen Feierstunde eingebettet war. Paul Rütten, Alfred Schöne, Nico Lindstädt sowie Regine und Stefan Helm hatten sich mit der Stadt Linnich und ihrer Geschichte, jeder auf seine Weise, auseinander gesetzt.
Paul Rütten hatte an markanten Punkten des Stadtgebiets Frottagen (Abreibungen) von Mauerwerk, Grabsteinen oder Ähnlichem hergestellt, sie zu Collagen zusammengesetzt und mit Linien und geometrischen Flächen verbunden. So wurden völlig neue Zusammenhänge geschaffen. „Aus Altem ist Neues entstanden”, erklärte dazu der Künstler, der außerdem entsprechende Gedichte dazu stellte.

Dem Detail hatte sich auch Nico Lindstädt zugewandt. Mit seiner Kamera hatte er einen Streifzug durch die Stadt unternommen, hatte markante Punkte des Stadtbildes in der Gesamtübersicht festgehalten, um sich einem Ausschnitt dann ganz aus der Nähe zu widmen.

Regine und Stefan Helm, die sich besonders für die Geschichte ihrer Stadt interessieren, hatten in den Archiven gewühlt und so manche alte Fotografie ausgegraben. Diesen Stadtansichten waren sie vor Ort nachgegangen und hatten aus dem nahezu identischen Blickwinkel des damaligen Fotografen Aufnahmen des heutigen Straßenbildes gemacht und dem alten Foto gegenüber gestellt.

Den Grabsteinen auf den jüdischen Friedhöfen in Linnich und Boslar hatte Alfred Schöne sich mit seiner Kamera zugewandt. Doch da sie allesamt sehr alt waren und damit das Gedenken vor den Steinen selbst in den Hintergrund trat, hatte er ihnen Aufnahmen von fließendem Wasser gegenüber gestellt.

„So konnte ich das Vergehen deutlich machen und habe das Weiterleben im Wasser und in Licht und Schatten gefunden”, erklärt der Fotograf dazu.