Jülich: Eine Stadthalle als Anbau an den KuBa in Jülich?

Jülich : Eine Stadthalle als Anbau an den KuBa in Jülich?

Die Suche nach einem festen oder provisorischen Ersatz für die ehrwürdige, aber sanierungsbedürftige Stadthalle Jülich gestaltet sich schwierig. Nach der Karnevalssession 2018/19 wird der Bau in der Düsseldorfer Straße geschlossen, hat Bürgermeister Axel Fuchs angekündigt.

Im Spätherbst 2017 flammte eine neue Idee auf: mitten in der Innenstadt ein sozio-kulturelles Zentrum, das die Funktion einer Stadthalle besitzt, bauen und damit auch die City beleben. Das war — zunächst — die Kernidee hinter einem Integrierten Handlungskonzept, das der Stadtrat schon auf den Weg gebracht hat.

Ein solches Zentrum lässt sich auf dem Grundstück hinter den Häusern am Marktplatz und der Grünstraße aber aufgrund einer tektonischen Störzone im Boden laut RWE wohl nicht realisieren, wie Fuchs am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss erklärte. Die Verwaltung habe nach Alternativen gesucht und nun ein Areal am Kulturbahnhof unter die Lupe genommen.

Zwischen KuBa und den Bahngleisen befindet sich laut Bürgermeister eine „riesige Fläche“, auf der sich möglicherweise der Bau eines Komplexes umsetzen lässt, dem er die Bezeichnung „soziokulturelles Zentrum/Stadthalle/Kongresszentrum“ gab. „Der Standort hat diverse Vorteile“, sagte Fuchs im Ausschuss, „denn wer hat schon eine Stadthalle mit direkter Bahnanbindung?“

Außerdem profitiere der Standort vom Ruf des Kulturbahnhofes, der in Jülich „höchstes Ansehen genießt“ und zum Beispiel auch von fast jeder städtischen Karnevalsgesellschaft genutzt werde. Auch ein Gespräch mit KuBa-Geschäftsführer Cornel Cremer hat es laut Axel Fuchs schon gegeben, der die Idee mittrage.

Die Verwaltung hat nun einen Wettbewerb für Architekturstudenten ausgeschrieben, die Entwürfe liefern sollen, wie ein solcher großer Veranstaltungskomplex neu- und/oder an den Kulturbahnhof angebaut werden kann. Axel Fuchs ist sich sicher: „Da kommen bestimmt ganz tolle Ergebnisse“, die dann der Kommunalpolitik vorgelegt werden.

Klar ist, dass es nach Februar 2019 eine Übergangslösung geben muss, die den Zeitraum überbrückt, bis eine neue Stadthalle in Betrieb geht. Das kann Jahre dauern. Wo das sein soll, nachdem es der Fachausschuss vergangene Woche mehrheitlich abgelehnt hat, auf der früheren Hesselmann-Fläche im Brückenkopf-Park Planungsrecht für ein Übergangs-Pagoden-Zelt zu schaffen, ist fraglich.

Der Bürgermeister sagte am Donnerstag deutlich, dass die Ursprungsidee des Integrierten Handlungskonzeptes — die Belebung der Innenstadt — nur auf den ersten Blick aus dem Auge verloren zu sein scheint. Verwaltung und Politik müssten prüfen, wie man auf relevante Flächen in der Kernstadt Zugriff bekommt, um zum Beispiel durch ein verstärktes ­gastronomisches Angebot und eine sinnvolle Nutzung freier Kapazitäten im Kulturhaus für Belebung zu sorgen.

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