Jülich: Eine Kollision von Römern und Germanen

Jülich: Eine Kollision von Römern und Germanen

Vom einfachen Soldaten zum Tribun gereift, begleitet von seiner in Aquis (Aachen) gefundenen geliebten Bissula und nur mit Mühe dem Tod entronnen, ist Marcus Junius Maximus endlich zu Hause angekommen.

So endete der erste Teil der Geschichte um den jungen Römer, die von Michael Kuhn als Trilogie angelegt ist. Ebenso wie Band eins stellte der Autor nun den zweiten Roman der Reihe mit dem Titel „Marcus - Tribun Roms” in der Jülicher Buchhandlung Fischer seiner Leserschaft vor.

Als „eine der schwierigsten Übungen” bezeichnete Kuhn das Vorhaben, das Buch derart zu konzipieren, „dass man es als eigenständige Geschichte lesen kann”. Dies gelingt recht gut mittels einer kurzen Passage, in der der Hauptakteur sich dem Leser vorstellt.

Wesentliche Ereignisse und Begegnungen erschließen sich problemlos im weiteren Verlauf. Geschickt gewählte Abschnitte, abwechselnd vom Autor und der ihn begleitenden Literaturfreundin Helga Seiler vorgetragen, verdeutlichten bei der Lesung den Hintergrund des historisch fundiert recherchierten Romans.

Neben den bekannten Personen trägt ein weiterer Erzählfaden um Drusilla, die Priesterin der Magna Mater in Mainz, dazu bei, dass der Spannungsbogen durchgehend auf einem hohen Erwartungsstand und den Leser konstant neugierig auf das „Wie geht es weiter?” bleibt. „Das Buch soll Spaß machen und Interesse wecken”, erklärte Michael Kuhn seine hinter dem Erzählen geschichtlicher Zeiträume stehende Absicht. Bisher ist ihm dies Anliegen mit den Schilderungen der Geschehnisse um die Person des Marcus bestens gelungen.

In den Romanen wird das Zusammentreffen und das zeitweilige Aufeinanderprallen der römischen und der germanischen Kulturen einerseits durch den Einsatz historisch belegter Persönlichkeiten authentisch vermittelt und andererseits das Lesevergnügen in den fiktiven Erzählsträngen wach gehalten. Mehr als nur eine Ergänzung der „Aufarbeitung der Hinterlassenschaft der Römer in einer spannenden Geschichte” bildet der zweite Teil des Buches.

In der „Spurensuche” vermittelt Kuhn wertvolle Informationen zu allen Stätten der Handlung, so dass Interessenten auch heute noch die Schauplätze besuchen und sich auf die Spuren der Romanfiguren begeben können. Dem sehr aufmerksamen Leser des im Ammianus Verlag heraus gegebenen Werks entgeht nicht eine nette Anspielung, die der Autor im Prolog versteckt und sich offensichtlich zu Herzen genommen hat.

Dort mahnt der Magister Militum Ursicinus einen später als einen der bedeutendsten spätantiken Geschichtsschreiber geschätzten Syrer: „Achte auf jede Einzelheit, Ammianus. Der Imperator erwartet einen detaillierten Bericht über alles, was hier geschieht. Jedes Detail, hörst du, absolut jedes”.

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