Jülich: Ein Ort der Vielfalt hat viele Gesichter

Jülich: Ein Ort der Vielfalt hat viele Gesichter

„Bürger der Stadt Jülich engagieren sich seit langem erfolgreich für eine weltoffene, tolerante und hilfsbereite Stadt” - so steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Denn Jülich hat vor kurzem die Auszeichnung „Ort der Vielfalt” von einer gleichnamigen Initiative, die im November 2007 von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. Ziel der Aktion ist es, der ernsthaften Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und dem nachhaltigen Engagement für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in Städten, Gemeinden und Kreisen mehr öffentliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Als Dankeschön an die vielen Organisationen, die Jülich zu einem solchen Ort der Vielfalt gemacht haben, lud Bürgermeister Heinrich Stommel zu einer Feierstunde in das Glashaus des Brückenkopf-Parkes ein.

Nach einer kurzen musikalischen Einführung des Blechbläserquartetts der Musikschule Jülich, richtete der Bürgermeister einige Worte an die zahlreich erschienen Gäste, von denen jeder seinen Teil zum Ort der Vielfalt beigetragen hat.

„Ich bin stolz auf die Jülicher, die durch ihre Arbeit mit unterschiedlichsten Ansätzen eine menschenwürdige, vielfältige und solidarische Gemeinschaft in unserer Stadt verwirklichen”, so Stommel. Stellvertretend für diese Arbeit in der Stadt Jülich nennt das Ministerium in seiner Begründung unter anderem das Engagement der „Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz” und der Ortsgruppen von „Terre des hommes” und „Amnesty International” sowie die jährlichen Aktionen zur „Jüdischen Woche”.

Im Stadtgebiet von Jülich wohnen über 3000 Menschen mit ausländischem Pass aus 105 Nationen. Viele Menschen entwickelten in Jülich Ideen zur Verbesserung der Integration, so das Ministerium. Und das zahlt sich aus. Eine Interview-Studie zeigte, dass sich Migranten in Jülich wohlfühlen und sich in Vereinen engagieren. Das zeige nicht zuletzt das „Fest der Kulturen” im September, an dem alle Migrantenselbstorganisationen teilnehmen.

„Vielleicht ist es diese Stimmung in unserer Stadt, die Rechtsextremisten und Antisemiten bislang den Nährboden entzogen hat”, mutmaßte Bürgermeister Stommel und rief gleichzeitig dazu auf, weiterhin gegen das Unrecht zu kämpfen, damit Jülich weiterhin durch Toleranz und Offenheit geprägt bleibt.

In den nächsten Tagen wird das Schild, das Jülich als „Ort der Vielfalt” kennzeichnet, am Neuen Rathaus öffentlich sichtbar angebracht. Dann wird das oft unsichtbare Engagement vieler Bürger für alle sichtbar.

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