Düren: Ein Mofa-Unfall mit ziemlich üblen Folgen

Düren: Ein Mofa-Unfall mit ziemlich üblen Folgen

Linus (Name geändert) ist 15 Jahre alt und schämt sich ganz schön. Deswegen möchte er auch nicht, dass sein richtiger Name in der Zeitung steht, und deswegen hat er sich auch nicht fotografieren lassen. „Ich habe echt Mist gebaut”, sagt der Schüler. „Und da bin ich nicht stolz drauf.”

Linus hatte einen Unfall. Mit seinem Mofa. Seinem frisierten Mofa, um genau zu sein. Anstatt der erlaubten 25 Stundenkilometer, die Jugendliche ab 15 Jahren mit ihrem Mofa fahren dürfen, hatte Linus sein Mofa so getunt, dass es locker 70 km/h fahren konnte. „Ich habe das Auto nicht gesehen”, sagt der Fahranfänger. „Und dann hing ich hinten drauf.” Zum Glück sind weder Linus noch die Frau in dem Auto verletzt. „Aber es ist ein hoher Sachschaden entstanden”, sagt Linus. „Und den müssen meine Eltern jetzt bezahlen.”

Mofa-Unfälle wie der von Linus sind keine Seltenheit, und frisierte Kleinkrafträder schon überhaupt nicht. „Jeder zweite Roller ist technisch verändert”, sagt der Dürener Polizeibeamte Markus Valder (38). Um ein Mofa zu fahren, brauchen die jungen Leute keinen Führerschein, sondern nur eine Mofa-Prüfbescheinigung. Markus Valder: „Die bekommt man nach einer gewissen Anzahl Fahrstunden in Theorie und Praxis. Eine Prüfung muss man aber nicht machen.”

Natürlich weiß Valder, dass eine Spitzengeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern nicht gerade schnell ist. Und technisch ist es sehr einfach, die Mofas schneller zu bekommen.” Trotzdem ist Markus Valder der festen Überzeugung, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung für Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren sehr sinnvoll ist. „Die Jugendlichen”, sagt der Polizist, „sind in ihrer Persönlichkeit einfach noch nicht so weit entwickelt. Und da macht es schon einen großen Unterschied, ob ihr Gefährt plötzlich doppelt so schnell fährt wie vorher.”

Hinzu kommt, dass Fahren mit einem getunten Roller keinesfalls ein Kavaliersdelikt ist. Im Gegenteil. „Wer mit einem Roller unterwegs ist, der 45 Stundenkilometer oder schneller fährt, braucht dazu einen Fahrerlaubnis.”

In jedem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft, und den Jugendlichen drohen empfindliche Strafen. Linus muss Sozialstunden ableisten. „Das ist ja noch okay”, sagt der 15-Jährige. „Aber ich habe auch eine Sperrfrist für meine Führerscheinprüfung bekommen, weil ich schon das dritte Mal erwischt worden bin. Ich darf mit 18 Jahren nicht Auto fahren. Das ist echt schlimm für mich.”

2011 hat es im Kreis Düren 137 Verkehrsunfälle gegeben, in denen Mofafahrer verwickelt waren. Bei allen Unfällen hat es Verletzte gegeben. 56 der Unfall-Beteiligten waren zwischen 15 und 17 Jahre alt.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2012 hat es 43 Verkehrsunfälle mit Mofabeteiligung gegeben. Bei 37 davon waren Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren beteiligt, so die Polizei.