Neuer Supercomputer im Forschungszentrum: Ein echtes Juwel, das für Jülich spricht

Neuer Supercomputer im Forschungszentrum : Ein echtes Juwel, das für Jülich spricht

Im Verlauf des Vormittags hat die Pressestelle des Forschungszentrums (FZJ) ihre Angaben korrigiert. Zuerst war die Rede davon, dass „viele, aber nicht übermäßig viele Medienvertreter“ nach Jülich gekommen seien, um bei der Einweihung des neuen Supercomputers Juwels dabei zu sein.

Kurz nachdem Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) den neuen schnellsten Rechner Deutschlands symbolisch in Betrieb genommen hatten, korrigierte ein FZJ-Mitarbeiter die Einschätzung. „Heute ist richtig viel los“, sagte er angesichts der Fotografen und Kameraleute.

Europäische Spitze

Bürgermeister Axel Fuchs nahm das erfreut zur Kenntnis. „Das ist ein tolles Gefühl, dass hier einer der schnellsten Rechner der Welt in Betrieb genommen wird und der in seinem Namen Jülich trägt“, sagte Fuchs. Juwels steht für Jülich Wizards for European Leadership Science, als den Jülicher Magier, der in der europäischen Forschung in der Spitze dabei ist.

Juwels ist aber auch der englische Plural von Juwel. Laschets Bekenntnis, dass die CDU-/FDP-Landesregierung den Ausbau NRWs als Standort für Supercomputer im Koalitionsvertrag verankert habe, dürfte Fuchs ebenfalls erfreut zur Kenntnis genommen haben. „Das Thema hat in NRW hohe Priorität. Wir haben die Absicht, die Wettbewerber zu schlagen und Jülich ganz nach vorne zu bringen“, sagte Laschet.

Deutschlands schnellster Supercomputer steht in Jülich

Die Wettbewerber sind aktuell vor allem die USA und China, die sich ein Rennen um den schnellsten Rechner der Welt liefern. Da wird Jülich als Teil der europäischen Bemühungen nicht mithalten können. Im Blick haben die Forscher hier dafür das schnellstmögliche und gleichzeitig so effektiv wie möglich nutzbare Supercomputersystem.

Fuchs nannte einen aus seiner Sicht weiteren Grund, warum der neue Supercomputer gut für Jülich ist. „Die Wissenschaftler sprechen davon, dass auf Juwels Simulationen gerechnet werden, mit denen neue Möglichkeiten zur Energiespeicherung berechnet werden können. Speichermöglichkeiten sind ein wesentlicher Teil der Energiewende. Und die Forschung daran ist ein Jülicher Kernthema.“

Ende nicht in Sicht

Rolf Theenhaus hat die Supercomputer-Entwicklung in Jülich lange begleitet als Vorstandsmitglied im FZJ von 1974 bis 1999. Zu seiner Zeit wurde 1984 der erste Supercomputer in Jülich eingerichtet. Juwels‘ Rechenleistung ist 37 Millionen Mal so hoch wie die des ersten Jülicher Superrechners.

„Es ist eine Freude, zu sehen, wie sich das Thema Supercomputing in Jülich in all den Jahren weiterentwickelt hat“, erklärte Theenhaus. Und das Ende der Fahnenstange sei nicht in Sicht. Schließlich soll Juwels dabei helfen, herauszufinden, wie die nächste Generation aussehen soll.

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