Ein besonderes Jahr für die „Zehner“ aus Jülich

Jülicher Traditionsverein : Ein besonderes Jahr für die „Zehner“

Der SC Jülich 1910/97 befindet sich in einem besonderen Jahr. Das ergibt sich aus dem Blick in die Vergangenheit. Am 12. Juli feiert der Traditionsverein ein Meister-Jubiläum. 1969, vor 50 Jahren, gewannen die „Zehner“ den ersten von drei deutschen Amateur-Meistertiteln in Folge. Das feiert der Verein groß am 12. Juli.

„Unser Rasenplatz wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, unser Aschenplatz sogar 100 Jahre“, berichtete der Vorsitzende Michael Lingnau. Das sind keine Anlässe zum Feiern. Vielmehr zeigen die Platz-Jubiläen, dass es längst Zeit ist für Neues. Die Pläne der Stadt, den Aschenplatz in einen Kunstrasenplatz zu verwandeln, sind bekannt. Genauso wie die Tatsache, dass das Projekt, das eigentlich schon auf dem Weg war, wieder in die Schwebe geraten ist wegen einer angekündigten Verordnung der Europäischen Union. Die könnte bewirken, dass das Granulat verboten wird, mit dem Plätze bisher regelmäßig aufgefüllt werden. Die Politik will nach Lösungen suchen, um den Kunstrasen trotzdem zu schaffen.

Das ist aus Sicht des Vereins wünschenswert. „Eine solche Anlage in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt würde einen wesentlichen Impuls bedeuten“, sagte Lingnau. Beispielsweise für die Jugendarbeit. Die soll rund ums Karl-Knipprath-Stadion wieder aufleben. Auf Kunstrasen, weil kickende Kinder und deren Eltern Kunstrasen bevorzugen. Das werde, so Lingnau, deutlich „auf den Dörfern“, also beispielsweise in Koslar oder Welldorf-Güsten. Da werde gute Jugendarbeit gemacht, aber eben auch, weil der Zulauf wegen des Kunstrasens vorhanden sei. Lässt man die Problematik der EU-Verordnung außen vor, dann soll bei den „Zehnern“ ein zentraler Kunstrasenplatz entstehen, der auch anderen Vereinen und Einrichtungen zur Verfügung steht. „Wir begrüßen das ausdrücklich“, sagten Lingnau und Vorstands-Kollege Claus Nürnberg. „Wir können für das Drumherum sorgen und uns an den Kosten der Pflege beteiligen“, ergänzte Nürnberg. Aber die Finanzierung der Modernisierung sei nicht Aufgabe des Vereins.

Für SCJ-Urgestein Peter Kosprd geht die Modernisierung mit dem Kunstrasen alleine nicht weit genug. „Eine Tartanbahn wäre ein enormer Zugewinn. Oder wenn die Weitsprunggrube überarbeitet wird.“ So hätte das Stadion perspektivisch das Zeug, die zentrale Sportanlage für die Innenstadt zu werden.

Sportlich befinden die Zehner sich in einem Jahr der Neuaufstellung. Im Jugendbereich wird die Kooperation mit dem unmittelbaren Nachbarn Jülich 12 angestrebt. Gemeinsames Ziel sei es, die Jugendabteilung auch in den älteren Jahrgängen der C-, B- und A-Junioren wieder voll zu besetzen. Zuletzt habe es ein Probetraining für Jugendspieler gegeben, 22 Nachwuchskicker seien im Moment dabei, sich dem Verein anzuschließen. „Uns hat die Kontinuität in den vergangenen Jahren gefehlt“, erklärte Lingnau die Lücke in älteren Jahrgängen. Einen großen Umbruch gibt es in der 1. Mannschaft, die in der Kreisliga A Fußball spielt. Der „Aufstieg aus den Ruinen in der Kreisliga C ist gelungen“, wie Lingnau sagte. Seit drei Jahren spielt das Team unter dem bisherigen Trainerteam Michael Hermanns und Dirk Räder in der A-Liga. „Die beiden verlassen uns, damit endet eine Ära“, erklärte Lingnau. Aus dem aktuellen Team tragen in der neuen Saison sieben Spieler das Trikot des SCJ, zehn Neuzugänge kommen dazu. An der Seitenlinie neu sind Cheftrainer Ibu Cakin und sein spielender Co-Trainer Gökhan Batmaz. Beide haben schon für die „Zehner“ gespielt, jetzt wollen sie mit neuer Philosophie neuen Schwung in den Verein bringen. „Wir reden nicht von einer Platzierung. Ziel ist, dass die Mannschaft Spaß am Fußballspielen hat. Wir wollen möglichst viel Ballbesitz erzielen und ein Kurzpass-Spiel aufziehen“, erklärten sie. Eine zentrale Rolle dabei soll Edis Zulic spielen, der in seiner Heimat Bosnien schon in der 1. Liga die Schuhe geschnürt hat und zuletzt für den Ligakonkurrenten Schwarz-Weiß Titz.

(jan)
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