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Ederen: Eheleute Cashmoore eröffnen Linnicher Kultursommer

Ederen : Eheleute Cashmoore eröffnen Linnicher Kultursommer

Starke Stimmen und Dudelsackklänge, dazu eine außergewöhnliche Bühnen-Show mit echtem Whiskey für das begeisterte Publikum prägten das Konzert „The celtic spirit“ mit Kaybee und John Cashmore in der vollbesetzten Bürgerhalle Ederen.

Der smarte britische Opernstar und die blonde deutsche Rocklady, die sich vor 18 Jahren auf der Musicalbühne trafen, boten ein würdiges Eröffnungskonzert zum Linnicher Kultursommer. Feierlich zogen Dudelsackspieler Marco Kreissl und Trommler Oliver Zapf durch das Publikum auf die Bühne zu Keyboarder Tino Lingenberg, während sie „Scotland the brave pipes and drums“ intonierten. Kurze Zeit später folgte John Cashmore im schottischen Kilt, die schottische Ballade „Westering home“ auf den Lippen.

Stilecht schottischer Einzug: Whiskypiper Marco Kreissl und Tommler Oliver Zapf spielen „Scotland the brave pipes and drums“. Foto: Jagodzinska

In seiner charmanten Art begrüßte er die Gäste persönlich mit Handschlag. Später ging er wieder durch die Reihen, um „Jameson Irish Whiskey“ zu servieren und den Gästen mit „Slàinte“ zuzuprosteten. Der Gaumenschmeichler passte zum anschließenden „Whisky in the jar“. Enthusiastisch hatte das Publikum zuvor auf seine Frage reagiert: „Wollen Sie einen Whiskey mit uns teilen?“ Nach dem „Whiskey Tasting“ ging Cashmore gleich zum vertraulichen „Du“ über.

Balladen und Hymnen

Vor jeder irischen oder schottischen Ballade, die er mit seiner klangvollen Bari-Tenor-Stimme sang, fasste Cashmore deren Geschichte zusammen. Bestes Beispiel ist der irische Song mit Hymnencharakter „Fields of Athenry“, der an die große Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts erinnert und an Getreidedieb Michael, der für den Mundraub gefangengenommen wird.

Den „Celtic Spirit“ verbreitete Cashmore etwa mit dem wehmütigen schottisch/irisch Folksong „Loch Lomond“, „My love is like red red rose“ oder dem „Sky Boat Song“, der Titelmelodie von „Outlander“. Amüsant gestaltete sich der Song „Whistling Gypsy“, bei dem das Publikum gerne auf Einladung den musikalischen Zwischenpart pfiff.

Das Pendant zum charmanten Briten und „halben Schotten“ bildet seine temperamentvolle Frau Kaybee, die gut gelaunt an der Theke im Hintergrund durch den Abend führte und mit ihrem Mann humorvoll Konversation „wie zu Hause in Danglish“ betrieb, die Technik bediente und ganz nebenbei die Whiskeytabletts vorbereitete. Hin und wieder griff die Rockröhre auch zum Mikro und sang etwa „The rose“ oder die Ballade „I see fire“ mit irisch/keltischen Ursprüngen. Gemeinsam, sich an den Händen halten, stimmten die Cashmores mit ihren Ausnahmestimmen „Amazing Grace“ an.

Kaybee motivierte das Publikum auch dazu, den Refrain des einzigen „schottischen Liedes in deutscher Sprache“ mitzusingen, nämlich „Die kleine Kneipe in unserer Straße“, während John Cashmore das Original „The Red Rose Cafe“ anstimmte. Eine Wiederholung dieser Rollenverteilung gab es bei „Wild Rover“, in Deutschland bekannt als „An der Nordseeküste“, Mitsingen des deutschen Refrains war hier Pflicht. Immer wieder ließ Kreissl imposante „Pipe Soli“ ertönen, darunter den Irish Folk Song „She moves through the fair“ oder John‘s „absoluter Lieblingssong auf diesem wunderbaren Instrument“, „Highland Cathedral“.

Ein immer wieder aufgenommenes Thema war der Kilt, und was man darunter trägt. Dazu passten der flotte schottische Song zum Mitklatschen, „Donald, where is your troosers“ und der „Tartan Song“, der die Webmuster (Tartan) auf den Kilts der einzelnen Clans thematisiert. Letzte Titel des erstklassigen irisch/schottischem Konzerts waren die beliebten Traditionals „Drunken Sailor“ und „Auld lang Syne“.

Das begeisterte Publikum spendete den Cashmores und ihren Begleitmusikern anhaltenden Applaus. Ein langjähriger Cashmore-Fan ist Markus Plum aus Siersdorf. „Wenn die hier in der Gegend sind, und ich Zeit habe, bin ich dabei, es lohnt sich immer“, fasste er seine Erfahrungen zusammen.

(ptj)