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Ederen: Ederens offene Ateliers zeigen Glaskunst in Haus und Garten

Ederen : Ederens offene Ateliers zeigen Glaskunst in Haus und Garten

Innerhalb des Linnicher Kultursommers fand unter dem Motto „Gewolltes und Zufälliges“ ein Tag der offenen Ateliers statt. Dabei öffnete unter anderem Agnes Hasse ihre Türen für Kunstinteressierte.

Im unteren Bereich ihres Ateliers präsentierte Hasse ihren Arbeitsraum, in dem ihre Werke, darunter hauptsächlich Glasarbeiten und meist abstrakte Malereien sowie ein paar Skulpturen aus Holz und Metall, entstehen.

Die Arbeiten wurden von zahlreichen Besuchern, darunter auch viele Freunde und Bekannte des Hasse-Ehepaares, besichtigt, die im ganzen Haus ihren Platz gefunden haben, oder hielten einen Plausch im Garten. Ein Wohnhaus als Galerie.

Die Glaskunst, die unter anderem durch die Aufhängung in den Fenstern durch den Sonnenschein in voller Farbe erstrahlen, ist auch auf dem Außengelände zu finden.

Ein besonders aufwendiges Stück steht im Vorgarten. Die Glasarbeit ohne Namen mit Maßen von 1,35 Metern Höhe und 48 Zentimetern Breite zeigt eine Hochhausfront und dominiert in den Farben Dunkelblau, Rot und Grün.

Das Werk, das erst Anfang des Jahres entstanden ist, besteht aus Antikglas. „Glas ist einfach ein schöner Werkstoff“, sagte Künstlerin Hasse zu ihren Arbeiten aus diesem Material.

Im Garten der Familie steht im hinteren Teil eine Skulptur aus ursprünglich vier Kanthölzern, bei der die zwei größeren Pfähle mit Armen, die ebenfalls aus Holz sind, die beiden vorderen, kleineren Pfähle umgreifen. Ein Herzstück der Familie, denn durch die Bemühungen des Enkels, der Teil der Skulpturfamilie sein wollte, ist das Objekt um ein weiteres Stück Holz gewachsen, das neben den anderen, dunkelblauen Hölzern, die mit der Zeit durch die Witterung einen gewissen Charakter bekommen haben, in leuchtendem Orange und glatter Oberfläche erstrahlt.

Agnes Hasse ist Initiatorin des Tages in Ederen, in denen kreative Persönlichkeiten ihre Türen öffneten — das seit 1993.

Ein anderer Veranstaltungsort des Events waren die Räumlichkeiten von „Weiberkleider.de“. Ute Schäfer, ihres Zeichens Schneidermeisterin, hat sich mit ihrem Label einen Traum erfüllt. „Ich mache Kleidung für Frauen, die innerhalb der Konfektion nichts finden“, sagte Schäfer und weiter: „Jede Frau hat etwas Schönes an sich, und Kleidung kann in jeder Form hergestellt werden — bis sie sich auf der Haut gut anfühlen und passen.“

Bei „Weiberkleider.de“ sind Maßanfertigungen möglich, aber auch Voranfertigungen sind in den Räumlichkeiten Schäfers zu finden.

„Heute möchte ich herausfinden, welche Kleidung die Besucherinnen haben wollen und was sie nicht auf dem normalen Kleidungsmarkt finden können“, schildert Schäfer ihre Erwartung an den Tag des offenen Ateliers.

Einige Besucherinnen ließen sich von der Schneiderin ein Kleid mit Raffung zeigen. „Hier muss die Frau Kurven haben, dann sieht das Kleid gut aus“, erklärte sie, und eine Frau, die sich das Kleid mit mittiger Raffung zeigen ließ, vollendete die Erläuterungen: „Ja, bei diesem Kleid muss alles ausgefüllt sein.“

Stammkundin Heidi Geulen sagte zu der Kleidung von Schäfer: „Ich kaufe hier, weil es passt. Das ist ein Unterschied zu der Kleidung, die man von der Stange kauft, weil die Kleidungsstücke hier auf einen persönlich angepasst werden.“

Auch Heike Schleich, die in Ederen mit Spitznamen wie ihr Laden „Et Blömche“ gerufen wird, öffnete am Veranstaltungstag ihren Laden. „Die Anfertigung von Blumenkränzen und Sträußen ist eine kreative Arbeit“, sagte Heike Schleich zu ihrer Arbeit und weiter: „Ich versuche dabei immer, dem Kunden etwas Außergewöhnliches zu bieten.“

Dafür fährt sie zweimal die Woche zum Blumengroßmarkt in Düsseldorf. Deswegen könne sie auch Kräuter wie die Nana-Minze, die Cola-Pflanze oder kleinblättriges Basilikum anbieten.

„Jetzt beginnt die Jahreszeit, die mir am besten gefällt. Denn jetzt kommen wirklich tolle Pflanzen, hohe Stauden oder Sonnenblumen“, sagte „Et Blömche“ und ließ den Blick über das Grün in ihrem Laden schweifen.