Jülich: Düsseldorfer Straße: Ausschuss kippt die Sanierungspläne

Jülich: Düsseldorfer Straße: Ausschuss kippt die Sanierungspläne

In letzter Sekunde hat der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss die bereits von der Bezirksregierung genehmigte Planung für die Sanierung der Düsseldorfer Straße gekippt.

Damit folgte der Bauausschuss dem gemeinsamen Antrag von Förderverein Festung Zitadelle Jülich, Jülicher Geschichtsverein 1923, Stadtmarketing Jülich, Straßengemeinschaft Kleine Rurstraße/Grünstraße und Werbegemeinschaft Jülich.

„Wir wollten eine Einbindung der Düsseldorfer Straße in die Gesamtlage erreichen. Mit dem nun erzielten Kompromiss können wir leben”, sagte Conrad Doose, Vorsitzender des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich, nach der Entscheidung.

Auch der Vorsitzende des Ausschusses, Erich Gussen (CDU), begrüßte den erzielten Konsens: „Es ist bedauerlich, dass wir uns zunächst nicht ausreichend abgestimmt haben. Jetzt haben wir aber ein Konzept mit Modellcharakter für die Zukunft.”

Zum Hintergrund: In seiner Sitzung am 19. März hatte der Planungsausschuss die Sanierung der Düsseldorfer Straße nach dem Vorbild der Baier- und Kapuzinerstraße (siehe Liste) beschlossen. Grundlage für diesen Beschluss waren Gespräche mit den fünf genannten Vereinen. Die Vereine hatten sich für eine Gestaltung eingesetzt, die den pasqualinischen Grundriss der Altstadt betone und so der historischen Bedeutung Jülichs gerecht werde.

Entgegen dieser Absprache habe der zuständige Sachbearbeiter im Tiefbauamt dann ein Konzept entworfen, das eine Gestaltung des Breiches „eher nach dem Vorbild der Poststraße”, also nach dem Modell eines außerhalb der pasqualinischen Altstadt gelegenen Bereiches, vorsah. Dieses Konzept bewertete die Initiative Anfang Juni in einem Brief an die Stadtverwaltung als „besonders unhistorische und verfremdete Lösung”, als „Systemwechsel”.

Im Mittelpunkt der Kreuzung Düsseldorfer-, Kapuziner- und Raderstraße hatte die Stadt in ihrer Planung vom Mai eine Gestaltung mit schwarzen Natursteinen vorgesehen, für die Nebenanlagen, also die Gehwege und Parkplätze, hellgraue bzw. anthrazitfarbene Betonplatten.

Mit Mehrkosten wird das nun verabschiedete Konzept nach dem Modell der Kapuziner- und Baierstraße nach Einschätzung des Planungsausschusses nicht verbunden sein. „Mit dem Bau könnte noch im Herbst begonnen werden. Das Weihnachtsgeschäft wollen wir schließlich noch mitnehmen”, scherzte Tiefbauamtsleiter Robert Helgers nach der Entscheidung.

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