Jahreshauptversammlung des Kreisverbands: DRK Jülich beklagt Fachkräftemangel im Rettungsdienst

Jahreshauptversammlung des Kreisverbands : DRK Jülich beklagt Fachkräftemangel im Rettungsdienst

„Wichtige strategische Entscheidungen“ waren für den DRK-Kreisverband Jülich der Aufbau neuer Geschäftsfelder sowie der Neubau der Geschäftsstelle. Das betonte der wiedergewählte Kreisverbandsvorsitzender Justus Peters in seinem Rechenschaftsbericht im Rahmen der Jahreshauptversammlung im „Café Pasqualini“.

Im April des laufenden Jahres startete der neue Bereich Familienbildung in der Abteilung Soziale Dienste. Dazu zählen etwa Hebammensprechstunden, Vorbereitungskurse für Schwangere, Rückbildungskurse nach der Entbindung, Yoga und Krabbelgruppen. Weitere Aktivitäten wie Rehasport sind geplant.

Böse Überraschung

Für eine böse Überraschung hatte der im März 2017 eingestellte stellvertretende Kreisgeschäftsführer und Leiter des Finanzwesens, Stephan Hastenrath, der auch für den Neubau zuständig war, gesorgt, als er innerhalb seiner Probezeit kündigte und damit auch die Pläne für die Erstellung eines Jahresabschlusses terminlich „über den Haufen warf“. Als Nachfolgerin sprang Sabine Günnel in die Bresche, die ihre Fähigkeiten bereits als Leiterin der Flüchtlingsunterkunft auf der Merscher Höhe unter Beweis gestellt hatte.

Sie wurde als weiterer hauptamtlicher Vorstand und Geschäftsführerin der DRK Jülich Soziale Dienste gGmbH mit Wirkung Oktober 2017 vom Präsidium bestellt. Mit der Erstellung des Jahresabschlusses wurde Steuerberater Jörg Börsch beauftragt, den Auftrag zur Abschlussprüfung erhielt sein Kollege Ralf Gottaut. Ferner beschloss das Präsidium notwendige Stellenplanerhöhungen: Sie schuf eine hauptamtliche Teilzeitstelle für die Breitenausbildung, eine neue Teilzeitstelle Sachbearbeiterin Personal und drei hauptamtliche Vollzeitstellen für den Bereich Nürburgring.

Inden aufgelöst

Als „aktuellste Entwicklung“ nannte Peters den Beschluss zur Auflösung des DRK-Ortsverbandes Inden Ende August mangels Helfer(innen). Die Blutspendetermine in Inden/Altdorf werden nunmehr von den ehrenamtlichen Rotkreuzkameraden des Ortsverbandes Linnich übernommen. Die weitere Rotkreuzarbeit in Inden/Altdorf betreut der Kreisverband Jülich. Erfreut zeigte sich Peters neben den vielen Aktivitäten, Beispiel Weltrotkreuztag, oder den vielen Repräsentationen auf Veranstaltungen die Teilnahme einer Jülicher Rotkreuzgruppe am Bundeswettbewerb Erste Hilfe im September 2017 in Ibbenbüren.

Eckpunkte der Vorstands- und Rotkreuzarbeit, die im Zeichen etlicher Personalentscheidungen stand, trug Uwe Palmen vor. „Durch Personalfluktuation im Rettungsdienst bestand immer wieder neuer Personalbedarf, der nur schwer gedeckt werden konnte. Es gilt festzustellen, dass Fachkräfte im Rettungsdienst bundesweit Mangelware sind“, unterstrich Palmen. Glücklicherweise trifft das nicht für den Nachwuchs im Rettungsdienst zu. Seit 2017 bildet das DRK Notfallsanitäter/innen in einer dreijährigen Berufsausbildung aus.

Auf die Stellenausschreibung der einzigen jährlichen Ausbildungsstelle erfolgte „ein Ansturm von Bewerber/innen. Durch den Aufbau sozialer Dienste konnten ferner eine Steigerung der Krankenfahrten, der Anzahl der HND-Teilnehmer und der Altkleidersammlungs-Standorte erzielt werden.

Zur Bewältigung der Fahrten wurde kurzfristig ein neuer BMW auf Ford-Connect-Basis angeschafft. Ende 2017 war ein weiterer großer BTW Ford Transit 9-Sitzer, durch die „Aktion Mensch“ gefördert, in Betrieb genommen worden. Im Ressort Altkleiderverwertung wurde ein neuer Partner gefunden. Detailliert legte Palmen Personalentscheidungen des DRK und die Raumplanung des Neubaus in Modulbauweise aus, die Bauabnahme erfolgte im Juni durch die Stadt Jülich.

Eine Aktion zur Fördermitgliedergewinnung stabilisierte das Level bei den Fördermitgliedern. Neben den operativen Feldern fanden die zahlreichen ehrenamtlichen Aktivitäten für die Jülicher Rotkreuzarbeit viele lobende Worte.

Zur Gesundheit des DRK-Kreisverbandes fasste Kreisschatzmeister Dirk Beemelmanns zusammen: „Dem Kreisverband geht es immer gut in Bezug auf Eigenkapital (für Investitionen). Die Wirtschaftlichkeit hat aber stark abgebaut. Wir möchten wachsen, mehr Themen besetzen und die Attraktivität ausbauen“.

(ptj)
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