Jülich: Diskussion auf dem FH-Solarcampus: Wieder Studiengebühr?

Jülich: Diskussion auf dem FH-Solarcampus: Wieder Studiengebühr?

Für die Studierenden der Fachhochschule Aachen ist es eine Super-Wahlwoche. Sie wählen zunächst ihr Studierendenparlament und am Sonntag geben sie ihre Stimmen zur Landtagswahl ab. Zu einer Podiumsdiskussion hatten das Studierendenparlament und der Asta auf dem Solarcampus die hiesigen Landtagskandidaten eingeladen.

Sie waren alle gekommen, lediglich der Kandidat der Piraten hatte verzichtet. Und so stellten sich Josef Wirtz, Landtagsabgeordneter der CDU und erneut Kandidat, Peter Münstermann(SPD), Jörg Benter (Grüne), Ingola Schmitz (FDP) und Siegfried Faust(Linke) den kritischen Fragen von Moderatorin Isabella Albert und dem Publikum. Es waren Fragen, die auch stets im Studierendenparlament auf der Tagesordnung stehen und die besonders die Studierenden bewegen.

Leider, so musste man allerdings feststellen, waren der überwiegende Teil der Zuhörer Bürger und Bürgerinnen, die schon politisch engagiert sind. Dies galt auch für die Studenten, die gekommen waren. Hochschul- und Bildungspolitik, Studiengebühren und nicht zuletzt die Finanzpolitik waren Themen dieser Diskussionsrunde. In vielem herrschte Einmütigkeit - ob nun den Ausbau der U3-Betreuung oder die Forderung nach einem Mindestlohn betraf, wenn auch manchmal die Wege dorthin unterschiedlich wareng.

Jemand, der einen ganzen Tag arbeite, müsse in der Lage sein, seine Familie zu versorgen. Ob dies über Mindestlohn-Bestimmungen oder einen Flächentarifvertrag gemacht werde, daran schieden sich die Geister.

Ein ganz wichtiges Thema waren die Studiengebühren. Ingola Schmitz würde sie gerne wieder einführen, um auf diese Weise für mehr Qualität an den Hochschulen zu sorgen. Josef Wirtz erklärte, er sei dagegen gewesen, als die neue Regierung die Studiengebühren abschaffte, wollte sie aber mit der kommenden Regierung nicht wieder einführen.

Linke, Grüne und SPD waren gegen die Studiengebühren. „Sie sind unsozial”, war hier die einmütige Meinung. Die Hochschulen sollten lieber lieber über Steuererhöhungen bzw. eine Vermögenssteuer finanziert werden. Sie alle sahen eine Flut neuer Studenten nicht zuletzt durch die doppelten Abiturjahrgänge auf die Hochschulen zukommen. Benter meinte sogar: „Das ist keine Welle, das ist ein Hochplateau, dass es in den nächsten Jahren abzuarbeiten gilt. Deshalb brauchen wir Steuererhöhungen.”

Nun wurde dann auch die Diskussion, die bis dahin dahingeplätschert war, etwas hitziger. „Wenn sie von Sparen reden, setzt bei Ihnen die Denke aus”, konterte Wirtz und meinte: „Die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen. Das belastet unsere jungen Leute”. Doch da musste sich Wirtz aus dem Publikum auch die Frage gefallen lassen: „In Ihrem Wahlprogramm steht nichts von Sparen”. „Alles muss auf den Prüfstand”, konterte der CDU Mann, außer die innere Sicherheit und die Bildung. Als einziger Kandidat, der bereits im Landtag vertreten ist, wurde er außerdem gefragt: Welche neuen Ideen und Ziele er denn habe?

An erster Stelle steht für den Schophovener Landwirt die Gestaltung der Tagebaufolgelandschaft, ein Prozess, bei dem es wichtig wäre, die jungen Menschen mitzunehmen.

Kurz wurde auch noch angerissen, wie die Politik denn für bezahlbaren Wohnraum für die zu erwartende Studentenflut sorgen wolle. Wirtz hatte da eine Lösung parat. Er erinnerte an die Liegenschaften des Landes in Linnich (Polizeischule). Wenn dann noch der Lückenschluss zwischen Rurtalbahn und der Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach bewerkstelligt werde, sei dies eine realistische Option.

Unter dem Strich war es eine eher ruhig verlaufene Diskussion, die in den größten Teilen von Wirtz und Benter bestritten wurden.