Jülich: Die Zeltkuppel im Brückenkopf-Park wird löchrig

Jülich : Die Zeltkuppel im Brückenkopf-Park wird löchrig

Seit genau 20 Jahren ist die Herzog- auch eine Zeltstadt. Mit der Landesgartenschau 1998 ging im damals neuen Stadtgarten die Hauptbühne unter einem markanten halboffenen Kuppelzelt in Betrieb. Es war nicht für die Ewigkeit gedacht und wurde deshalb auch von den Denkmalschützern geduldet, denn der Musentempel steht unmittelbar vor einem Teil der Brückenkopf-Festung. Gute Übergangslösungen aber sind langlebig.

Nun aber hat es das Material, die Zeltmembran, hinter sich. „Bei einem Starkregen wird es kritisch“, sagt der Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs im Gespräch mit der Redaktion und präsentiert eine Idee, die am Ende noch mehr Zeltstadt bedeuten könnte.

Kurz gesagt: Der Verwaltungsleiter sieht nur zwei Möglichkeiten. Entweder wird die vorhandene Kon­struktion 1:1 durch neues Material ersetzt — oder die von Axel Fuchs schon an anderer Stelle ins Spiel gebrachte Lösung eines Pagoden-Veranstaltungszeltes kommt am Platz der heutigen Hauptbühne zum Zuge. „Das könnte idealerweise seitlich geöffnet werden, um bei Bedarf eine Art Freiluft-Feeling zu ermöglichen“, erklärte der Bürgermeister. Die Pagoden-Variante hätte aus seiner Sicht viele Vorteile, denn dann könnte dieser Bau auch für einige Jahre eine Ersatzunterkunft für die Stadthalle bieten, die am 6. März 2019 (Aschermittwoch) unwiderruflich geschlossen wird, weil sich eine Sanierung nicht mehr lohnt.

Natürlich ist dieser Vorschlag mit Ausnahme des Standortes identisch mit Fuchs' Idee, ein solches Pagodenzelt auf der früheren Hesselmann-Fläche im Park — und damit gleich neben der Park-Hauptbühne zu errichten. Eine Mehrheit in der Kommunalpolitik aber folgte ihm nicht und verweigerte sich, als es darum ging, dafür Planungsrecht zu schaffen. Der neue Vorstoß hätte aus Sicht des Bürgermeisters den Charme, dass zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen würden: temporärer Ersatz für Karnevals- und Kulturveranstaltungen, die bislang in der Stadthalle unterkamen, und Beseitigung eines Sanierungsfalls im Brückenkopf-Park, dessen Interimsgeschäftsführer Axel Fuchs ist.

„Es muss auf jeden Fall eine Lösung her“, sagt er deutlich. Der reine Ersatz von Bühne und Kuppel würde mit etwa 122.000 Euro zu Buche schlagen. Ein Pagodenzelt. für das bislang ein Angebot vorliegt, dürfte inklusive Heizung, aber ohne Technik und Mobiliar zwischen 400.000 und 500.000 Euro kosten. Fuchs: „Die Politik hat sich ein zweites Angebot gewünscht, auf das warten wir.“

Nach der Sommerpause müssten alle Informationen vorliegen, um Entscheidungen treffen zu können. Inzwischen gibt es ja auch die Idee, mit einer Event-GmbH eine weitere städtische Gesellschaft zu gründen, die nicht nur eine künftige neue und „feste“ Stadthalle betreiben könnte, deren Ort noch unbekannt ist, sondern auch einen wetterunabhängigen Veranstaltungsbereich im Brückenkopf-Park, wenn sich der Stadtrat für das Pagodenzelt entscheiden sollte.

Über diese GmbH würde auch die Finanzierung laufen. Ob aber eine weitere Gesellschaft sinnvoll ist oder nicht, soll ein Gutachter prüfen, der „den Konzern Stadt Jülich“ unter die Lupe nimmt. Dieser Prüfauftrag ist bereits politisch abgesegnet worden.

Doch selbst wenn es „nur“ einen gleichwertigen Ersatz für die heutige Hauptbühne samt Kuppel geben sollte, wäre es hier nach 20 Jahren Übergangslösung notwendig, dafür planungsrechtliche Grundlagen zu schaffen.

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