Jülich: Die „Unabsteigbaren” sind schon 60

Jülich: Die „Unabsteigbaren” sind schon 60

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Zwar ist das 60-jährige Bestehen eines Vereins kein klassisches Jubiläum, doch ist ein solcher Geburtstag Grund genug, voller Stolz zurückzublicken. Das sagte sich auch der TTC Indeland Jülich und lud Mitglieder, Freunde, Gönner und Ehemalige zu einer zünftigen Geburtstagsfeier in die Jülicher Stadthalle ein.

Schon im Foyer war zu erkennen, welche Sportart hier gefeiert wurde. Eine Tischtennisplatte war aufgestellt, an der sich vor allem die ganz jungen Gäste mit Schläger und Ball vergnügten.

Locker ging es auch im festlich geschmückten Saal zu, denn der offizielle Teil, so erklärte Vereinspräsident Reinhold Küven, sollte recht kurz gehalten werden. Besonders freute ihn, dass er mit Hans Emonts, Joachim Brockob und Gottfried Dautzenberg nicht nur drei Gründungsmitglieder begrüßen konnte, sondern zudem auch noch Männer, die den Verein stets treu begleiteten und mitprägten. Sie wurden für ihre Verdienste mit der Goldenen Vereinsnadel mit Kranz ausgezeichnet.

Mehrmals, so erinnerte Küven, sei der Name des Vereins geändert worden. Gegründet wurde er am 1. Dezember 1948 im Lokal Heitzer von 16 Sportbegeisterten als TTC Jülich. Sie wählten Gottfried Dautzenberg zu ihrem Vorsitzenden. Ab 1973 sorgte er als TTC Simex Jülich für Furore, dann kam 2002 der Zusammenschluss mit Hoengen, und fortan hieß er TTC SIG Combibloc Jülich/Hoengen. Die Ehe währte nur kurz, 2006 folgte die Scheidung. Der TTC SIG Combibloc Jülich blieb „übrig”. Und seit 2007 ist der TTC Indeland Jülich aktuell. Beständig war vor allem die Heimatstadt im Namen, betonte Küven: „Immer blieb der Name Jülich erhalten.”

Kaum jemand kennt die Geschichte des Vereins so gut und hat sie aktiv mitgestaltet wie Ehrenpräsident Arnold Beginn. Er hielt die Festrede und erinnerte an die spannenden Ereignisse rund um den Tischtennissport in Jülich. Mit dem Fahrrad, mit Pferd und Wagen und sogar zu Fuß machten sich die Spieler damals auf, um an Wettkämpfen in der Region teilzunehmen. Schwierig aber war es vor allem, geeignete Trainingsstätten zu finden.

In Kellern, Lokalen und Baracken stellten sie ihre Platten auf. Ein großer Fortschritt war es schon, als die Sportler die Turnhalle des Gymnasiums nutzen durften. Doch trotz aller Schwierigkeiten feierte man die ersten sportlichen Erfolge, organisierte Turniere und sogar Länderspiele.

Als 1973 die Firma Simex einstieg, eröffneten sich bis dahin ungeahnte Möglichkeiten. 1977 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga, der der Club seither ununterbrochen angehört. „Wir haben mittlerweile den Beinamen ,Die Unabsteigbaren´”, scherzte Beginn.

Er zählte die zahlreichen Erfolge der ersten Mannschaft auf. 1984 gewann sie den Europapokal der Landesmeister, dreimal errang sie den ETTU-Pokal und 1983 den Deutschen Vereinspokal. Namhafte Spieler, darunter mancher Weltmeister und Olympiasieger, gingen für Jülich an die Platte. „Die Welt war schon zu Gast in Jülich”, erklärte Beginn und vergaß auch nicht das große Engagement im Amateur- und vor allem im Jugendbereich zu erwähnen.

15 Mannschaften, davon neun Jugendteams, hat der Verein gemeldet. Man ist mittlerweile Kooperationspartner des Olympiastützpunktes Rheinland, und mit dem Integrationsprojekt „Turnhalle statt Straße” für junge Menschen mit Migrationshintergrund leistet man wichtige Arbeit.

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