Tierpfleger bei der Arbeit: Die Stars des Brückenkopf-Zoos

Tierpfleger bei der Arbeit : Die Stars des Brückenkopf-Zoos

Heuschrecken, Schaben, Hühner- und Kaninchenfleisch, Mäuse und vor allen Dingen jede Menge Obst, Gemüse, Kräuter und Salat – gerade morgens haben die Tiere am Jülicher Brückenkopf jede Menge Hunger. Aber auch sonst ist in dem kleinen Zoo mit gut 500 Tieren vor der Eröffnung für die Besucher ziemlich viel zu tun.

Acht junge Leser unserer Zeitung hatten am Donnerstag die Möglichkeit, den Tierpflegern unter die Arme zu greifen. Dabei wurde eins ziemlich schnell klar: Wolfswelpe Heinrich, der von Zoo-Chef Henri Fischer mit der Flasche aufgezogen wird, und die sechs Erdmännchen sind die absoluten Stars des Brückenkopf-Zoos.

Für Henri Fischer und seine Kollegen Jonathan Keck, Marco Wegh und Annika Müller beginnt der Arbeitstag um 7 Uhr, also drei Stunden bevor die ersten Besucher kommen. „Zuerst müssen wir die Gehege kontrollieren und die Anwesenheitsliste abarbeiten“, erklärte Keck und schmunzelt. „Natürlich gibt es keine Liste, aber wir müssen schon kontrollieren, ob alle Tiere da sind und ob es allen gut geht.“

Reptilien, das kleine Weißbüscheläffchen, das gerade in Quarantäne lebt, weil es um seinen gestorbenen Bruder trauert, und die Papageien fressen Obst und Gemüse. „Natürlich“, erklärt Keck, „haben die lieber Obst, weil das einfach süß ist. Wir müssen aber darauf achten, dass sie mehr Gemüse essen, weil Obst viel Fruchtzucker enthält. Und die Tiere putzen sich nun einmal nicht die Zähne.“

Loris sitzen dem auf dem Kopf, der Blaubeeren in der Hand hält. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Wildtiere wie die Wölfe und auch die Erdmännchen mögen Fleisch und kleine Mäuse, für den Affen und die Echsen dürfen es Heuschrecken sein. Im Gegensatz zu den Insekten, die lebendig verfüttert werden, müssen Mäuse und Küken getötet werden, bevor sie beispielsweise im Wolfsgehege landen. Den Grund dafür hat Keck schnell erklärt: „Wirbeltiere dürfen nicht lebend verfüttert werden, weil sie Schmerzen haben können. Weil wir aber davon ausgehen, dass Insekten keine Schmerzen haben, dürfen wir sie als lebendiges Futter nutzen.“

Spannend war für die Kinder auch ein Abstecher in den Brutraum, wo gerade verschiedene Eier lagen. Mit einer speziellen Lampe konnten die Kinder die dünne Schale durchleuchten und genau sehen, ob in dem Ei wirklich neues Leben heranwächst. „Ein Hühnerküken“, erklärte Keck in dem Zusammenhang, „braucht 21 Tage, bis es schlüpft. Ein Pfau 28 und ein Strauß sogar 72.“

Dass Tiere manchmal auch ganz schön frech sein können, wenn sie Hunger haben, erlebten die Teilnehmer unserer Tour im Gehege der Loris. Die fünf bunten Papageien, die übrigens ihr Leben lang mit ihrem Partner zusammenbleiben, flatterten aufgeregt durcheinander, mopsten Blaubeeren aus den Fingern der Kinder und hatten auch kein Problem damit, einmal auf dem Kopf ihrer Besucher Platz zu nehmen.

Für das Futter von Erdmännchen, Schildkröten und Äffchen mussten Salat, Kräuter und Gemüse geschnibbelt werden (rechts). Und wenn man mit Futter wie Blaubeeren zu nah herangeht, hat man schon mal Loris auf den Kopf (links). Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Dass Zooarbeit weit mehr bedeutet als Füttern und Streicheln, erlebten die Kinder und ihre Eltern beziehungsweise Großeltern auch. Vogelvolieren mussten gereinigt, Tierkot aufgehoben werden. Und die Tierpfleger aus dem Jülicher Brückenkopf-Zoo arbeiten auch an der Neugestaltung von Gehegen oder dem Reptilien-Wagen mit. „Jeder packt immer da an, wo Not am Mann ist“, betonte Brückenkopf-Park-Prokurist Hans-Josef Bülles. Und Jonathan Keck ergänzte: „Das ist aber genau der Grund, warum ich mich entschieden habe, in einem verhältnismäßig kleinen Zoo zu arbeiten. Jeder Tag ist anders, es ist immer spannend.“ Genau so wie bei unserer Sommertour.

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