Aldenhoven: Die Sanierung der Großsporthalle wird nicht billig

Aldenhoven : Die Sanierung der Großsporthalle wird nicht billig

Als die Großsporthalle Aldenhoven errichtet wurde, war das JÜL-Kennzeichen im Nordkreis keine Wahlmöglichkeit, sondern Pflicht. Denn 1971 hat noch der frühere Kreis Jülich diesen Bau auf den Weg gebracht, der später von der Gemeinde Aldenhoven übernommen wurde.

47 Jahre später muss das für Schul- und Vereinssport so wichtige Gebäude, das in drei Bereiche unterteilbar ist, grundlegend auf Vordermann gebracht werden. Die Gemeinde Aldenhoven hat mit Unterstützung von Innogy eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die ein ganzes Maßnahmenpaket beinhaltet, das in Gänze Kosten von 1,4 Millionen Euro verursacht.

Nicht alle dieser Maßnahmen sind unabdingbar — wie zum Beispiel die energetische Ertüchtigung. Andere schon: Brandschutzmaßnahmen oder Arbeiten, die zur sicheren Nutzung der Franz-Vit-Halle am Pestalozziring notwendig sind. „Wir hatten ein Problem mit den Trennvorhängen“, berichtete Anita Klotz, die als Fachbereichsleiterin die Ergebnisse der Studie an der Seite von Bürgermeister Ralf Claßen präsentierte. „Das war so akut, dass wir das gleich beauftragt haben, damit das in den Ferien erledigt wird.“

Im Bereich der baulichen Unterhaltung von Gemeindeimmobilien schiebe Aldenhoven wie andere Kommunen „eine Bugwelle vor sich her“, sagte Claßen, aber in der Merzbachgemeinde läuft der Versuch, diesen Erhaltungsaufwand von Eigentum und wichtigen Einrichtungen zu systematisieren — Gebäudesteckbriefe seien da zu nennen, und die Machbarkeitsstudie gehörte dazu.

Die Frage laute immer: Was ist sicherheitsrelevant, was ist sanierungsrelevant? Eine Stärkungspaktkommune wie Aldenhoven sei eben aufgrund ihrer finanziellen Situation in ihrem Ermessen eingeschränkt.

Wenn zum Beispiel in die Energie- und Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung) investiert werden würde, hilft das der Gemeinde langfristig, Energiekosten einzusparen. Aber akut unabdingbar ist es eben im Gegensatz zu den Sicherheitsmaßnahmen nicht.

Baulich kompliziert

Es hat laut Anita Klotz doch länger gedauert als erwartet, bis die Ergebnisse der Studie vorlagen, weil auch viele baurechtliche Fragen zu klären gewesen seien. „Es gab im Vorfeld keine Erkenntnis, dass es baulich so kompliziert werden würde“, sagte Anita Klotz.

Neben Innogy, das bei der Vorstellung der Studie durch Kommunalbetreuerin Sarah Thielen vertreten war, hat sich die Energie- und Wasserversorgung GmbH (EWV/Stolberg) beratend engagiert bei der Erarbeitung der Studie, die das Aachener Architekturbüro Wald erstellt hat.

Unter dem Strich bleibt nach den Informationen und Ratsbeschlüssen, die in jüngster Vergangenheit bekannt wurden, festzustellen: Am Pestalozziring hat die Gemeinde Aldenhoven in den nächsten Jahren Millionen zu investieren.

Die Gesamtschulerweiterung ist der eine Baustein, die Sanierung der Großsporthalle der andere. Addiert man die bislang bekannten Summen, dann stehen drei bis vier Millionen Euro in Rede — mindestens. Das gilt für den Fall, dass die Empfehlungen zum Beispiel aus der Machbarkeitsstudie vollständig umgesetzt werden. Aber das ist eine Frage, die laut Anita Klotz der Gemeinderat beantworten muss.

Bürgermeister Ralf Claßen sieht keine Chance, dass sich die Gemeinde beide Pakete leisten kann, obwohl es Fördermittel von Bund und Land gibt und selbst wenn Arbeiten bei der Hallensanierung über Jahre „gestreckt“ würden. Es sei denn, die Bezirksregierung gestatte der Stärkungspaktkommune eine Sonderlösung in Form einer Kreditaufnahme.