Jülich: Die Rathausfrage bewegt die Jülicher

Jülich: Die Rathausfrage bewegt die Jülicher

Ein Thema, das die Jülicher bewegt, möchte die „Initiative Rathaus am Markt” stärker ins öffentlche Bewusstsein rücken: Von wo aus soll die Herzogstadt künftig „regiert” werden?

Aufgrund des großen Sanierungsbedarfs in mehreren städtischen Immobilien steht die Entscheidung an, welches Gebäude für die Funktion als Rathaus saniert werden soll. Machbarkeitsstudien durch den Stadtplaner Prof. Aldinger haben erwiesen, dass sowohl am Standort „Altes Rathaus” (Markt) als auch an dem des Neuen Rathauses (Schwanenteich) vernünftige Lösungen zu vergleichbaren Kosten realisiert werden können.

Die Initiative mit dem selbsterklärenden Namen „Rathaus am Markt” hat unter anderem der Verein Stadtmarketing Jülich aus der Taufe gehoben, der zudem durch einen Bürgerantrag und mit seiner finanziellen Beteiligung die Realisierung der zweiten Machbarkeitsstudie auf den Wegb gebracht hatte. Das war gleichzeitig die Keimzelle für die Initiative, die noch reichlich weitere Mitstreiter gefunden hat: Von Alt-Bürgermeister Dr. Peter Nieveler über die ehemaligen Stadtverordneten Martin Marquardt und Hans Meyer bis zu den aktuellen wie Margret Esser-Faber und Karl Sauer liest sich die Namensliste wie ein Whos who der Herzogstadt.

Dazu kommen Organisationen wie der Förderverein Festung Zitadelle Jülich, die Werbegemeinschaft, die Straßengemeinschaft Kleine Rur-/Grünstraße sowie der Jülicher Geschichtsverein. Sie eint der Wunsch nach einem „Dienstleistungszentrum Altes Rathaus”, für dessen Realisierung inzwischen „zehn gute Gründe” aufgeschrieben worden sind. Die legten am Dienstag Wolfgang Hommel (Stadtmarketing Jülich), Heinz Spelthahn und Guido von Büren (Geschichtsverein Jülich) dar.

Ein revitalisierender Impuls

So gehört aus historischer Sicht das Rathaus ins Zentrum, also an der Markt, zumal es die denkmalgeschützte Substanz des Baus beleben würde. Da das umgebende Viertel unter einem Investitionsstau leidet, würde das gesamte Quartier durch eine große Investition einen revitalisierenden Impuls erhalten. Was positiv auf die Innenstadt wirkt, käme auch der Gesamtstadt zugute, die aufgewertet würde. Fraglos müsste an beiden Standorten kräftig investiert und Anbauten geschaffen werden.

Die Lösung Rathaus am Markt bevorzugt Prof. Aldinger, da die Verwaltung hier kompakter unterzubringen wäre und ein höherer Neubau-Anteil zu einer besseren Energieeffizienz führen würde. Zudem bestehe die Chance, moderne Konferenzräume für Rat und Verwaltung zu schaffen und mit Untervermietung des Erdgeschosses ein Bürgerforum mitten in der Stadt zu schaffen. Und: Bei der Entscheidung für einen Standort muss eine Lösung für das jeweils andere Gebäude her.

Hier sehen die Initiatoren klare Vorteile darin, den Standort am Schwanenteich zu vermarkten - ob für öffentliche Institutionen oder eine gehobene Wohnbebauung. Nicht zuletzt bieten Sanierung und Neubau am Markt die Möglichkeit, für diesen Zeitraum den Standort Schwanenteich beizubehalten, was in der Übergangszeit Belastungen durch die Bauarbeiten und wechselnde Provisorien verhinderte. Nach der Sommerpause steht das Thema im Stadtrat auf der Agenda.

„Die Entscheidung wird fallen”, ist Wolfgang Hommel überzeugt, dass mit der Wahl des Standortes für den Sitz der Verwaltung die entscheidende Weichenstellung verbunden ist, aus der weitere Beschlüsse zur künftigen Nutzung städtischer Immobilien folgen.

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