Jülich: Die kostenlosen Obstbaumschnitt-Kurse werden immer beliebter

Jülich : Die kostenlosen Obstbaumschnitt-Kurse werden immer beliebter

Klaus Flaskamp, der ehrenamtliche Obstbaumwart aus Linnich, war der Initiator einer seit rund zehn Jahren bestens funktionierenden Idee der kostenlosen Obstbaumschnittkurse. Mehrmals im Jahr bieten die vom Kreis Düren ausgebildeten Obstbaumexperten sowohl eine theoretische Beratung als auch praktische Übungsmöglichkeiten im Brückenkopfpark an.

Das stets wachsende Interesse der Bevölkerung ist für sie eine große Genugtuung für ihr ehrenamtliches Engagement und für die Obstbäume der großen Parkanlage eine Wohltat. „Es macht Spaß zu sehen, dass die Menschen wieder mehr Bäume pflanzen als fällen“, erläutert Flaskamp seine „Mission“.

Auch an diesem sonnigen aber eiskalten Morgen haben sich viele Wissbegierige um die Obstbäume und deren Warte gesammelt. Die Beratung fing logischerweise mit Tipps zur Auswahl eines eigenen Obstbaums an. „Bei Familien mit Kindern muss es Obst sein, das man direkt vom Baum essen kann“, sagt der Obstbaumwart voller Überzeugung.

Dafür eignen sich Kirschen, Mirabellen, Pfirsiche und Herbstäpfel besonders gut. Wie bei jedem Lebewesen müssen jedoch gewisse artgerechte Voraussetzungen erfüllt werden, um eine optimale Entwicklung zu ermöglichen. Es ist daher vorteilhaft zu wissen, dass eine Kirsche, die Sonnenstrahlen genießen darf, genauso süß schmeckt wie eine, die im Schatten gewachsen ist. Äpfel, die an einem schattigen Platz reifen, werden hingegen sauer.

Bei einem Obstbaumschnittkurs erfährt man auch, was „Hochstamm“, „Halbstamm“ oder „Buschobst“ bedeuten. Es wäre nämlich nicht ratsam, einen Hochstamm-Obstbaum zu kaufen mit dem Vorhaben, ihn im Vorgarten zu pflanzen. So ein „Apfelbäumchen“ braucht nun mal ca. 100 m² Freifläche, wenn er ausgewachsen ist.

Bei ausreichend vorhandenem Platz ist er jedoch ein perfekter Familienbaum. Er kann im Sommer Schatten spenden und eine Sitzbank oder eine Schaukel laden zum Verweilen in seiner Nähe ein. Nach ca. 15 Jahren erreicht er den Vollertrag und beschenkt seine Besitzer mit bis zu vier Zentnern Äpfel.

Während die Fortgeschrittenen-Gruppe mit den Obstwarten Klaus Flaskamp und Bert Lynen von Berg den Winterschnitt an pflegebedürftigen Bäumen leistete, erhielten die Anfänger unter den künftigen „Obstplantagenbesitzern“ viele nützliche Tipps von Rainer Schwertfeger und Harry Vollmer.

Wann darf man welche Bäume schneiden und was ist ein Erziehungsschnitt, der zudem pyramidenförmig erfolgen soll? Welches Werkzeug wird gebraucht und welche Kunstfehler müssen vermieden werden? Was, wo und wie geschnitten wird, waren zudem einige der Themen, die schrittweise erläutert wurden.

Ausführlich und informativ führten die Obstbaumwarte ihre Kursteilnehmer durch das ABC des Obstbaumschnittes. Die niedrigen Temperaturen brachten die Besucher nicht davon ab, viele Fragen zu stellen, die sehr geduldig, fachmännisch aber allgemein verständlich beantwortet wurden. Am Ende durfte jeder der Anwesenden das Gelernte an einem echten, für die Pflege dankbaren Apfelbaum anwenden.

(mavo)
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