Jülich: Die Chancen, wenn in Jülich ein neuer Stadtteil entstünde

Jülich : Die Chancen, wenn in Jülich ein neuer Stadtteil entstünde

Interessante Einblicke bot der erste Teil der Jahresversammlung des Stadtmarketingvereins. „Synlight“, die größte künstliche Sonne der Welt mit 149 Xenon-Kurzbogenlampen, in deren Fokus 3500 Grad entstehen, präsentierten Prof. Bernhard Hoffschmidt, Direktor am Institut für Solarforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), und „Hausherr“ Carlo Aretz, Geschäftsführer des TZJ.

Hausherr deshalb, weil das DLR die Anlage angemietet hat, aber über Vorkaufsrecht verfügt.

Die technische Einführung in die „präzise justierbare wolkenunabhängige Sonne“ mit ihren drei nutzbaren Bestrahlungskammern übernahm Projektleiter Dr.-Ing. Kai Wieghardt. Hoffschmidt betonte seine Freude über die vor allem zeitsparende Zusammenarbeit mit dem TZJ. Mit Blick in die Zukunft präsentierte er neben weiteren geplanten Ansiedlungen von DLR-Instituten eine Art „Handwerkerschreck“: Das DRL plant, künftig Gebäude an einem Tag präzise und kostengünstig vermessen zu können, um Sanierungen zu „reduzieren, kostengünstiger und somit attraktiver zu machen“.

Die Gäste aus dem Stadtmarketingverein zeigten sich begeistert über die selten gebotenen Einblicke in die Großanlage zur Herstellung solarer Treibstoffe wie Wasserstoff. Natürlich wünschte sich Vorsitzender Wolfgang Hommel, „dass sich das DRL in den Köpfen der Jülicher breiter etablieren kann“ und bewarb die Mitgliedschaft im Stadtmarketingverein.

Formalien abgearbeitet, berichtet und diskutiert wurde im Rahmen der anschließenden Jahreshauptversammlung im Palmengarten des TZJ. Gleich beim Betreten nahmen die Mitglieder eines der vier Vereinsprojekte in den Blick, deren Realisierung über das Rechnungsjahr 2016 hinausging, nämlich sechs ansprechende Stellwände mit Fotos und Texten zu Jülicher Sehenswürdigkeiten, die in Kürze an den jeweiligen Standorten platziert werden.

Gestalterin Sonja Assmann von der Werbeagentur „temedes“ wurde aufgrund der „fruchtbaren Zusammenarbeit“ als neue Beisitzerin für drei Jahre gewählt, mit Peter Boeken vom „Asia Food Shop“. Die beiden ersetzen die ausgeschiedenen Beisitzer Katarina Esser und Thomas Bierschenk.

Was geschieht in der Innenstadt?

Als wesentlichste Vereinsaufgabe nannte Hommel das Konzept um die Frage: „Was will man langfristig mit der Innenstadt“?, das er als Antrag an die Stadt Jülich gerichtet hatte, wo es als Bürgerantrag in die Bearbeitung gegangen ist. Über Bürgerausschuss und Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (KWS) geriet das Anliegen an den Lenkungskreis, der sich als Arbeitskreis auf die Innenstadt konzentriert. Dessen beide Sitzungen gerieten indes zum „Glaubenskrieg zur Frage: Autos auf dem Markt?“, was Hommel nicht vertiefen mochte.

Für Jülich sprächen das „kleine Kreishaus“ mit ausbaufähigen Mittelzentrumsfunktionen, die Vermarktung des FH-Geländes, das interkommunale Gewerbegebiet „Merscher Höhe“ und erfolgreiche Baugebiete wie „Ölmühle“ oder „Ginsterweg“.

Chancen in der Nutzung der Indeland-Entwicklung sieht der Verein im Entstehen eines „neuen Stadtteils für Jülich“ zwischen Sophienhöhe und Indensee mit Blick auf die Familien junger Forscher.

Im Jülicher Konzept, das „Vorzüge betont“, fehle ein Mobilitätskonzept mit Radfahranbindung, eine (Teil)bebauung des Walramplatzes zur Sicherung der Nahversorgung, und schließlich ein Gesamtmarketing für die Stadt einschließlich Brückenkopf-Park.

Der Stadtmarketingverein ist der Ansicht, dass „ein Integriertes Handlungskonzept Nutzen bringt“. Der Antrag aus 2016 gelte als Mandat in diese Richtung.

Als weitere Ziele benannte Hommel die vierte Auflage einer Neubürgerbroschüre und das 18. Stadtgespräch im Oktober, das als Sonntagsmatinee gestaltet werde. Thema: „25 Jahre TZJ: Modell für die Merscher Höhe und gleichzeitig ein Beitrag zur Stadtentwicklung?“ Ferner werden noch Kandidaten für den Stadtmarketing-Preis 2018 gesucht.

(ptj)
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