Inden: Der „See-Effekt“ wirkt sich in Inden schon positiv aus

Inden: Der „See-Effekt“ wirkt sich in Inden schon positiv aus

Als die Gemeinde Inden 2008 zur 2. Gemeindeentwicklungskonferenz eingeladen hatte, um den bei der 1. Entwicklungskonferenz 2005 angestoßenen Dialog zwischen Wirtschaft und Gemeinde fortzusetzen, war der Bau des Indemanns zwar schon beschlossene Sache, aber noch nicht begonnen worden und allenthalben umstritten.

Doch die Kritiker von damals sind längst verstummt: Mit rund 500 Besuchern täglich ist das rund 36 Meter hohe stählerne Wahrzeichen auf der Goltsteinkuppe dank seines attraktiven Umfeldes mit Fußball- und Minigolf, Gastronomie, großem Spielplatz und umgebender Natur längst zu einem Publikumsmagneten geworden, was sich auch am Parkscheinautomaten in klingender Münze bemerkbar macht, wie am Rande der 3. Gemeindeentwicklungskonferenz zu hören war.

Wirtschaftsförderin Anette Reinholz referierte im Indener Rathaus. Foto: Wolters

Bevor Gemeindeplanerin Regina Dechering näher auf weitere Entwicklungsmöglichkeiten einging, die Inden nutzen möchte, referierte Anette Reinholz, seit zweieinhalb Jahren Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung im Kreis Düren, vor den Gästen aus lokaler Wirtschaft und Politik über ihre Aufgabe, die Wirtschaftsförderung im Kreis Düren. „Gemeinde Inden auf der Überholspur“, hatte sie fast schon provozierend auf die Leinwand projeziert, doch sei hier gerade „der extrem spannende Wandel“ vom weltgrößten Tagebau zum zwölf Quadratkilometer großen Indesee zu besichtigen.

Arbeitsplätze erhalten und schaffen

Kerngeschäft der Wirtschaftsförderin ist es jedoch, Arbeitsplätze zu sichern und — wenn möglich — durch Neuansiedlungen zu schaffen. Die hiesige Forschungs- und Wissenslandschaft — repräsentiert durch Forschungszentrum Jülich, FH-Campus, Technologiezentrum und Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) — sind gewichtige Partner, die zur Attraktivität des gesamten Kreises beitragen.

Die Wirtschaftsförderung stellt nicht allein Kontakte er, sondern berät auch über die manigfaltigen Fördermöglichkeiten durch Programme bei Land, Bund und EU. Nicht zuletzt kümmern sich Reinholz und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Entwicklung von Gewerbeflächen.

Hier kommt wieder die Gemeinde Inden ins Spiel, die mit dem interkommunalen Industriegebiet „Am Grachtweg“ über eine der sechs Vorzugsflächen im Kreis Düren verfügt, von der aus rund 45 Millionen Konsumenten in einem Umkreis von 200 Kilometern erreicht werden können.

Der Restsee im Tagebau Inden, der einmal die Größe des Tegernsees erreichen wird, steht zwar bislang nur auf dem Papier, doch „die Auswirkungen merken wir heute schon“, berichtete Gemeindeplanerin Regina Dechering. Diese spürbaren Effekte seien durchweg positiv, etwa bei Grunstückspreisen und Grundstücksvermarktung, denn der See und seine vielfältigen Möglichkeiten für die Erholungsnutzung und als Wohnumfeld regen die Fantasie vieler Leute an.

Die Gemeinde Inden werde somit als „zukunftsfest“ wahrgenommen. Das lasse sich auch an der Weiterentwicklung der einzelnen Dörfer ablesen, die sich ebenfalls zum künftigen See hin orientiere. Auf diese Situation müsse überdies bei allen Planungsprozessen Bezug genommen werden.

Der Indemann als „Starter-Projekt“ biete weitere strukturelle Entwicklungsmöglichkeiten, die bei der weiteren Entwicklung des Standortes zu beachten seien.

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