Jülich: Der Rochusbruderschaft steht massiver Umbruch bevor

Jülich : Der Rochusbruderschaft steht massiver Umbruch bevor

Sitzplätze waren knapp beim stilvollen Neujahrsempfang der St. Rochus-Schützenbruderschaft Jülich im liebevoll geschmückten Schießstand im Kulturbahnhof.

Traditionell begrüßten Brudermeister Helmut Vonderbank und sein Vize Peter Sußmann die rund 70 Gäste mit einem Glas Sekt, jede Dame erhielt zudem eine langstielige gelb-rote Rose. Zur bewährten Tradition zählten auch die vielen Tabletts mit schmackhaft belegten Kräckern.

In seiner Ansprache blickte Peter Sußmann auf ein erfolgreiches Schützenfest 2017 mit vier Majestäten zurück, bei dem sogar „der Wettergott“ mitspielte. „Leider“ musste erstmals ein Wortgottesdienst zur Krönung der Majestäten genügen, bislang diente immer eine Heilige Messe als würdiger Rahmen.

Mit dem obligatorischen Rückblick und dem dreimaligen Schützengruß „Gut Schuss“ erschöpften sich die Rochus-Bräuche. Der Vize gab nur einen Termin für das neue Jahr bekannt, nämlich die vorgezogene Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen am 19. Februar. Grund ist, dass der gesamte Vorstand aus Altersgründen nicht mehr kandidiert, neben Vonderbank und Sußmann sind das Schatzmeisterin Ulla Schmidt-Spitz und Geschäftsführerin Monika Erdmann. Vonderbank ist seit 41 Jahren im Vorstand der Bruderschaft, davon seit fast 25 Jahren Brudermeister und tritt nun „definitiv nicht mehr an“.

Mit dem „Stadthallenwandel“ sei es nun auch an der Zeit, „neue Weichen für die Bruderschaft zu stellen“. Mit 168 Mitgliedern ist St. Rochus „noch eine starke Bruderschaft“ mit vielen jungen und älteren Mitgliedern, aber mit „ausgedünnter“ Mittelschicht zwischen 35 und 60 Jahren, also gerade der potenziellen Altersstufe für die Vorstandsarbeit.

„Das Schützenwesen hat Nachwuchsprobleme und Schwierigkeiten in der öffentlichen Darstellung“, bringt der Noch-Brudermeister das aktuelle (Schützen)Vereinsproblem auf den Punkt. Dennoch zieht er nach einem Vierteljahrhundert definitiv den Schlussstrich, komme, was das wolle. „Ich möchte die Bruderschaft in einem guten Zustand hinterlassen“, fügt er hinzu.

Erstmals bleibt es offen, ob ein Neujahrsempfang 2019 den Kreis traditioneller Schützentermine schließen wird.

(ptj)
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