Aldenhoven: Der Aldenhovener Schulstreit wird entschärft

Aldenhoven : Der Aldenhovener Schulstreit wird entschärft

Die anhaltende Diskussion um die Entwicklung des Schulstandortes Aldenhoven hat dazu geführt, dass sich auch viele Bürger — meist Betroffene mit schulpflichtigen Kindern — zu Wort melden.

Das hat mit den Vorbereitungen zu einem „Bürgerbegehren gegen den Schulumzug“ begonnen, nachdem der geheim gefasste Beschluss des Gemeinderates zum Gebäudetausch von Gemeinschaftsgrundschule (GGS) und Gesamtschule Aldenhoven-Linnich (GAL) bekannt geworden war, gegen den sich das Begehren richtete, bevor Bürgermeister Ralf Claßen den Ratsbeschluss beanstandete und einen Entscheidungsprozess in Gang setzte, dessen Ausgang noch nicht abzusehen ist.

Die von Elternvertretern lange vermisste Sachdiskussion wurde spätestens am Dienstag im Hauptausschuss nachgeholt, der sich eingehend mit zwei Bürgerbeschwerden befasste. Bettina Rosarius, die das Mandat der Schulpflegschaften von GGS und GAL hat, wandte sich gegen den dauerhaften Verbleib der Jahrgangsstufe 8 in Aldenhoven, während Andreas Kleiker neben den möglichen Umzügen von GGS und GAL die Beschulung der Stufe 8 der GAL thematisierte. Beiden Beschwerdeführern war vom Gemeinderat Rederecht eingeräumt worden.

So stellte Bettina Rosarius vier Fragen, in denen sie beispielsweise die Umsetzung des pädagogischen Konzepts der GAL ansprach. Andreas Kleiker trug seine gesamte Beschwerde vor, in der er die pädagogische Sinnhaftigkeit der Beibehaltung der Beschulung der Stufe 8 in Aldenhoven in Frage stellte. Der in der Einnahmeverwaltung des Landes tätige Mann beobachtet zudem mit Argusaugen die Verwendung von Steuergeldern und fordert insofern von allen an der Entscheidung beteiligten Personen gesamtwirtschaftliches Denken und Handeln. Eine Lösung sei etwa die Beschulung der Stufe 8 in Linnich, gleichzeitig könne man die Schulen in Aldenhoven spürbar sanieren.

„Die Emotionalität ist weg“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Buder, dass die Meinung der Bürger nicht ignoriert werde und unterstrich erneut den politischen Willen, die Stufe 8 der GAL in Aldenhoven zu beschulen. Den Grund dafür versuchte sein Fraktionskollege Udo Wassenhoven zu erläutern: „Linnich ist nicht vor Ort“, unterscheidet dieser noch die beiden GAL-Standorte, die von vielen Eltern offenbar einheitlich gesehen werden — fahren müssen schließlich alle während ihrer GAL-Zeit.

„Wir wären tot gewesen und haben für vier Jahrgänge gekämpft“, erinnerte Wassenhoven an die Zeit der GAL-Gründung, als die Gefahr bestanden habe, dass die Gemeinde ganz ohne weiterführende Schule dasteht. Daraus folgt sein Wunsch: „Wir wollen, dass in Aldenhoven möglichst viel Unterricht stattfindet und Aldenhoven als Schulstandort stark machen.“

Während es Bettina Rosarius egal ist, wo der Unterricht erfolgt und sie eher interessiert, wann die stark sanierungsbedürftige Großsporthalle angegangen wird und wovon das alles bezahlt wird, machte Markus Buder klar, dass ein Umzug nicht mehr auf der Agenda stehe und die bereitstehenden Mittel da investiert würden, „wo sie es haben wollen“. Es gehe nun darum, die bestmögliche Lösung zu finden um die Schulen bestmöglich aufzubauen. „Investitionen in Bildung sind immer ein Mehrgewinn.“

Viele Hintergrundgespräche

Dennis Stötzer (CDU) dankte den zahlreichen Elternvertretern, die in den Hauptausschuss gekommen waren, und erinnerte an die zahlreichen Gespräche der Kommunalpolitik im Hintergrund mit Vertretern der Eltern und der Schulleitung, „was rauskommt, werden wir sehen“. „Wir sind alle lösungsorientiert, doch die Zeit läuft uns davon“, ergänzte Monika Müller (GL-Fraktion), was Bettina Rosarius zu der Frage veranlasste, wann auf die Zielgerade eingebogen werde, damit die Leute wissen, was auf sie zukommt.

„Es wird noch manches Gespräch geben“, sagte Udo Wassenhoven, „und es ist gut, dass Sie dabei sind“, bezog er die Eltern mit ein bei der Suche nach der besten Lösung. Man habe die Zeitschiene im Auge, assistierte Dennis Stötzer, der die dafür nötige Zeit einforderte, denn einen Schnellschuss solle es bei dieser Entscheidung nicht geben. „Wir wollen einen für alle tragfähigen Beschluss fassen“, fügte Markus Buder an.

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