Aldenhoven: Debatte über Grundstücksverkäufe: Erhoffte Erlöse bleiben aus

Aldenhoven: Debatte über Grundstücksverkäufe: Erhoffte Erlöse bleiben aus

Die Gemeinde Aldenhoven kann weitaus weniger Erlöse als erhofft aus dem Verkauf von kommunalen Grundstücken erzielen, um den 31 Millionen Euro hohen Schuldenberg abzutragen.

Außerdem, so hieß, wolle man nicht schon jetzt „das letzte Tafelsiber verscherbeln“. Anlass für die Debatte war eine Aufstellung der Verwaltung im Auftrag des Rates, die 20 Grundstücke auflistet. Es habe, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Wassenhoven, zu einer Beunruhigung in der Bevölkerung geführt. dass die Gemeinde „nach jedem Quadratmeter sucht, der sich verkaufen lässt“ .

Flugs hatte seine Fraktion eine Liste mit Liegenschaften erstellt, die „den Charakter unserer Dörfer prägen und/oder als sozial wichtig eingestuft werden“. Auch wurden schon Unterschriften gesammelt, die sich gegen den Verkauf des Verbindungsweges Patterner Ring/Karl-Arnold-Ring richten, so SPD-Ratsherr Bernd Jansen.

Die SPD-Liste stieß im Rat auf Kritik. „Jemals gehört vom Verkauf von Dorfhäusern und Spielplätzen?“, fragte CDU-Fraktionschef Reinhard Paffen. Er wollte aber zugleich zwei Grundstücke an der alten Schule in Engelsdorf für unverkäuflich erklären.

Die Liste der SPD, die eine „starke populistische Tendenz“ habe, sei „vollkommen überflüssig“, befand der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Dieter Froning. Und was die Aufstellung der Verwaltung betreffe: „Es geht noch nicht um den Verkauf.“ Willi Zander von den Freien Liberalen (F-L) pflichtete ihm bei: „Wir verscherbeln keine Grundstücke.“ Es mache keinen Sinn, jetzt zu verkaufen. Denn die Flächen, so Bürgermeister Lothar Tertel, müssten größtenteils überplant werden, um überhaupt bebaut werden zu können. Und das koste die Gemeinde Geld, das sie als Kommune im NRW-Stärkungspakt nicht in der Kasse habe.

„Sehr große Probleme“ erwartet etwa Paffen dabei, unter Landschaftsschutz stehende Randflächen des Römerparks „herauszuparzellieren“. Die drei Grundstücke sind laut Tertel „erst mal zurückgestellt“ worden. Auch würden sich, so Tertel, die Erlöse in Grenzen halten, da die Grundstücke bei der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) vor einigen Jahren neu bewertet und eingebucht worden seien.

Zur Aufbesserung des stark defitären Haushalts dürften die außerordentlichen Erträge, die außerdem noch zu versteuern seien, ohnehin nicht verwendet werden, sondern nur zur Schuldentilgung. Die Verwaltungsliste, so beruhigte Tertel Skeptiker, diene der „Vorsorge“ um möglicherweise einmal Grundstücke veräußern zu können. ,

„Auf jeden Fall vermarktet“ werden ein Grundstück an der Niedermerzer Straße, die ehemaligen Spielplätze an der Saarstraße und am Frtiz-Erler-Ring sowie Areal in Siersdorf. Dieses Baugebiet, so geht aus der internen Aufstellung der Verwaltung hervor, ist rund 3000 Quadratmeter groß und könnte mehr als 350.000 Euro einbringen .

Die vom Verkauf vorerst zurückgestellte Rathauswiese wird, so hieß es im nichtöffentlichen Teil der Sitzung, mit fast 200.000 Euro taxiert. Die beiden Grundstücke in Engelsdorf, insgesamt gut 1600 Quadratmeter, werden mit etwa 140.000 Euro veranschlagt. Die Quadratmeterpreise Bauland werden in der Liste der Verwaltung mit 85 bis 145 Euro kalkuliert.

(gep)