Jülich: Das einzigartige Stadtbild Jülichs

Jülich: Das einzigartige Stadtbild Jülichs

Im Rahmen des Jülicher Stadtfestes hat der Förderverein der Festung Zitadelle die Gelegenheit genutzt, den historischen Ort mal in einer völlig neuen Perspektive zu präsentieren. Durch eine Posterausstellung in der Galeria Juliacum wird dem Betrachter das Leben und Wirken des italienischen Universalgenies Leonardo da Vinci und der von ihm kreierte Renaissancebaustil am Beispiel des Rheinlands vor Augen geführt.

In einer zweiten großen Ausstellung im Alten Rathaus wird die Umsetzung der Baukunst des Renaissancestils am Beispiel der Stadt Jülich erklärt. Anlass für diese Themenwahl war das Motto des Stadtfestes „Italienisches Jülich.”

„Jülich ist die erste deutsche Stadt, die in ihrem Baustil und ihrer Planung nach italienischem Vorbild erbaut wurde”, weiß der erste Vorsitzende des Fördervereins Conrad Doose zu berichten. Unter Herzog Wilhelm V. erbaute der italienische Renaissance-Baumeister Alessandro Pasqualini ab 1543 die Zitadelle mit dem Ziel, sie in einen „Palazzo in Fortezza” - einen nach damaligen Vorstellungen uneinnehmbaren Fürstensitz - zu verwandeln. Die ganze Anlage wurde in italienischem Stil errichtet. Ebenfalls wurde die Festungsstadt Jülich am Reißbrett im Sinne der renaissancetypischen Idee der Idealstadt entworfen. Der Straßenverlauf und die Breite der Fahrwege sind in ihren Grundzügen bis heute erhalten geblieben.

„Wir möchten die Menschen mit unserer Ausstellung animieren, sich mehr mit der Vergangenheit ihrer Stadt zu beschäftigen und sich dessen bewusst zu werden, wie einzigartig ihre Heimat in bauhistorischer Sicht ist,” erklärt Doose.

Gerne erläutert er anhand der Bebauung der Kölnstraße das Prinzip des „Piano Nobile”, auf das beim Wiederaufbau bei fast allen Gebäuden geachtet wurde. Hierbei beinhaltet das erste Geschoss des Hauses die wichtigsten und repräsentativsten Räume mit den größten Fenstern, während die Etage darüber kleinere Fenster besitzt und das Erdgeschoss meist als Ladenraum genutzt wird.Dieses Prinzip mit zwei Etagen und einzelnen Mansardenfenstern am Dachstuhl wurde fast überall bei der Neuerbauung berücksichtigt.

Die Ausstellung im Alten Rathaus ist schon an über 50 verschiedenen Orten in Deutschland und den Beneluxländern zu sehen gewesen und wird laufend nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erweitert.