Jülich: Dart-EM: Macht Manuel Topp seinem Namen Ehre?

Jülich: Dart-EM: Macht Manuel Topp seinem Namen Ehre?

Wenn der Vater mit dem Sohne . . . Manuel Topp aus Jülich war gerade einmal elf oder zwölf Jahre alt, als ihn Vater Andreas zum ersten Mal mit zum Dartspielen nahm. „Das war in einer Kneipe in Aldenhoven“, erinnert sich der Filius an seine erste Begegnung mit E-Dart, das sein Vater schon seit mehr als 20 Jahren praktiziert. „Am Anfang war ich froh, überhaupt die Dartscheibe zu treffen“, hat es nach Worten von Manuel Topp eine ganze Weile gedauert, bis er seinem Vater sportlich das Wasser reichen konnte.

Denn gepackt hatte die Dartleidenschaft den heute 17-Jährigen wohl schon damals. Schnell war eine E-Dart-Scheibe im Keller aufgehängt, an der Vater und Sohn trainierten und ihre Fertigkeiten verglichen.

Mit 14 oder 15 Jahren wechselte Manuel Topp zum Steel-Dart, wobei mit den geflügelten Dartpfeilen aus 2,37 Metern auf die Dartscheibe geworfen wird, deren Mittelpunkt („Bull Eye“) in einer Höhe von 1,73 m hängt. Mit verblüffender Präzision platziert Manuel die 21 Gramm leichten Pfeile auf den äußeren Rand der Scheibe, wo die angezeigte Punktzahl jeweils verdoppelt wird. Während sein Oberarm relativ starr bleibt, katapultiert der bewegliche Unterarm den Pfeil mit unheimlicher Genauigkeit ins gewünschte Ziel.

Papa Andreas spielt inzwischen Taxi, wenn Sohnemann am Wochenende für das Dart-Team Mönchengladbach an den Start geht oder in der NRW-Liga um Punkte spielt. Ausgetragen werden die Vergleiche in Lokalitäten, die über größere Dartanlagen verfügen.

Dazu kommen noch Ranglistenturniere des Nordrhein-Westfälischen Dartverbandes (NWDV) und des Deutschen Dartverbandes (DDV). Beim DDV wird Manuel bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres, was im laufenden Monat der Fall sein wird, noch als Jugendspieler geführt, beim NWDV ist er A-Jugend-Spieler.

„Die Turniererfahrung ist Gold wert“, hat Manuel festgestellt, der sich als Dritter der Deutschen Rangliste für die Teilnahme an den Europameisterschaften qualifiziert hat, die vom 4. bis 7. Juli im ungarischen Keszthely ausgetragen werden. Topp macht dort vielleicht seinem Namen alle Ehre, denn er befindet sich aktuell in bestechender Form, wie der Sieg am vergangenen Wochenende bei den German Masters belegt.

„Die Nerven sind das wichtigste“, weiß Manuel, dass er jedwedes Lampenfieber bei der EM am bestern daheim lässt. „Manuel ist immer cool“, attestiert ihm seine Mutter immerhin große mentale Stärke. Sein Training im eigenen „Dart-Zimmer“, wo sich auch Pokale und Ehrenzeichen seiner bisherigen Sportler-Karriere stapeln, erstreckt sich auf eine halbe bis drei Stunden, „ganz nach Lust und Laune“.

Mit Dart-Shop.de hat Manuel Topp sich Anfang des Jahres selber einen Sponsor an Land gezogen, der Dart-Zubehör verkauft und ihn als persönlicher Ausrüster unterstützt. Nach den Sommerferien beginnt der Schüler am Berufskolleg Jülich seine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel.

Gerne würde er vorher in Ungarn beim abschließenden Galaabend mit Siegerehrung eine der begehrten Trophäen in Emfang nahmen. „Ich bin gespannt“, blickt der dem Abenteuer EM zuversichtlich entgegen, zumal er weiß, dass die Konkurrenz bei den Erwachsenen ungleich größer ist.

Vater Andreas würde am liebsten mitkommen, fiebert jedoch „nur“ daheim mit seinem Sohn.