Jülich: Comedy mit Botschaft sorgt für Lachkrämpfe im KuBa

Jülich : Comedy mit Botschaft sorgt für Lachkrämpfe im KuBa

Mit Musik, Witz und Puppenspiel hat Kabarettistin Andrea Bongers im Programm „Bis in die Puppen“ für Unterhaltung gesorgt. Von Kindererziehung über die Scheidung bis hin zum Auszug ihres Sohnes servierte sie im KuBa Comedy mit Botschaft.

Andrea Bongers betrat in der Rolle der Mutter die Bühne und führte ins Programm ein: „Ich bin in der Mitte meines Lebens angekommen. Ich stehe an einer Kreuzung. Ich bin frei.“ Dann streckte sie die Arme zu beiden Seiten aus und sagte lauter: „Mein Kind ist aus dem Haus.“ Nach der gesanglichen Untermalung des „Wendepunktes“ holte sie Opa Heinz auf die Bühne. Der war eine von vielen Handpuppen, die bei „Bis in die Puppen“ ihren Auftritt hatten. Dabei handelt es sich um Klappmaulpuppen, die den Mund bewegen können und somit für die Darstellung von Rede und Gesang genutzt werden. So ist Opa Heinz beispielsweise eine selbst gemachte Klappmaulpuppe aus Schaumstoff. Der trug diese Weisheit vor: „Früher sind Kinder aufgewachsen, heute werden sie großgezogen.“

„1600 Bücher über Erziehung kommen alleine in Deutschland jährlich neu auf den Markt“, sagte die Puppenspielerin selbst daraufhin etwas ernster und einige Pointen später: „Das sind Geschäfte mit unserem Wunsch, mit unseren Kindern alles richtig zu machen.“

Völlig anders geriet der Auftritt des Lehrers, einer weiteren Puppe, die aufgrund eines Skandals zu Unrecht suspendiert worden ist und nun als Taxifahrer arbeitet: Zur Bewältigung dieses Traumas „mäht“ der ehemalige Lehrer, ähnlich wie Schafe. „Wir alle sind ein großes Mäh“, redete Bongers mit tiefere Stimme die Handpuppe in theatralische Rage.

Dann wird das Publikum zum „Mähen“ aufgefordert. Unter großem Gelächter „mähte“ die ganze Halle im Kulturbahnhof.

Als Bongers zur romantischen Melodie Gloria Estefans ein Lied über Hühnersuppe anstimmte, lachte das Publikum angesichts der Abstrusität auf. Als sie mit „Säg das Huhn in Teile und mach‘ dir Hühnersuppe draus“ geendet hatte, schallte der nicht enden wollende Lachflash einer Frau.

Als gestresste Mutter mit Sohn, der zu selten anruft und Muttertag nicht feiern will, holte sich Bongers Ersatzsohn Michael auf die Bühne. „Spiel doch mal das von Mozart“, sagte sie und drückte ihm eine Blockflöte in die Hand. Michael spielte drei Töne, das Publikum brach in Applaus aus.

(mio)
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