Jülich: Collagen und Installationen: „Blick auf die Frau“

Jülich: Collagen und Installationen: „Blick auf die Frau“

Ein Kleid aus Silberdraht von Elisabeth Busch-Holitschke, Licht- und Klanginstallationen von Dagmar Reichel und farbenfrohe digitale Collagen von Sigrid Herffs konzentrieren den „Blick auf die Frau“ in der gleichnamigen Ausstellung im Hexenturm Jülich.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Mandy Geithner, lädt im Rahmen des Internationalen Frauentages zur Betrachtung und Reflektion der Collagen, Objekte und Installationen ein.

„Gleichstellung ist mit Fragestellungen und gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden. Die Kunst vermittelt Strukturen und Prozesse“, sagte Geithner, die Ausstellung eröffnend, im Hexenturm. „Eine Kombination aus Kunst- und Gleichstellung anbieten zu können, ist mir eine besondere Freude“, sagte Bürgermeister Heinrich Stommel und wies darauf hin, dass der Internationale Frauentag auffordere, auf die tatsächliche Gleichstellung hinzuarbeiten. Trotz großer Fortschritte blieben mit der Elternschaft immer noch vor allem die Mütter zu Hause, ihre Erwerbsbiographien seien davon gezeichnet, und das berge Risiken in der Absicherung.

In der aktuellen Ausstellung steht nun „die Frau“ thematisch im Zentrum, und drei Künstlerinnen präsentieren ihre Arbeiten. Sigrid Herffs zeigt in Jülich unter anderem Motive aus der neunteiligen Serie „Schön sein“ aus. Die digitalen Collagen, je 50x50 Zentimeter, sind Ergebnisse mehrerer Arbeitsgänge. „Zunächst greife ich Versatzstücke eines Themas auf und suche Material, das zum Beispiel aus Fotografien oder aus Zeichen oder Symbolen bestehen kann. Diese Fragmente werden von mir künstlerisch bearbeitet, um dann — durch zusätzliche Elemente ergänzt — zu einer Collage zusammengefügt zu werden“, beschreibt Herffs ihre Technik. Die Interpretation überlässt sie dem Betrachter.

Filigran und prominent

Die Objekte von Elisabeth Busch-Holitschke greifen traditionelle Muster auf. Zu sehen sind, neben einem Drahtkleid, mit Silberdraht gehäkelte Kokons. Beschützende Hüllen, die gleichzeitig für einen Prozess der positiven Veränderung stehen. Die Werke sind filigran, fast unsichtbar. Sie drängen sich nicht auf, sondern treten zurück.

Die Künstlerin Dagmar Reichel lässt bedeutende Frauen gegenwärtig werden und erinnert mit einer Licht-und Klanginstallation an bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Erfinderinnen oder auch Autorinnen. Die Installation trägt den Titel „Heureka“ und steht als Synonym für eine plötzliche Erkenntnis.

Die Ausstellung „Blick auf die Frau“ ist bis zum 9. März im Hexenturm Jülich, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.