Jackerath: Claes hat mit Herz und Gespür die Pfarre Jackerath geleitet

Jackerath : Claes hat mit Herz und Gespür die Pfarre Jackerath geleitet

„Unser Pastor ist ganz einfach pflegeleicht“, sagte eine Messdienerin auf die Frage, wie sie Pfarrer Raphael Claes in einem kurzen Satz beschreiben würde. Damit betonte sie die Freundlichkeit, das stets entgegenkommende Wesen und die Aufgeschlossenheit des Seelsorgers für die Sorgen und Nöte seiner Pfarrgemeinde.

Mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Beisammensein im Pfarrheim feierte die Jackerather Pfarrgemeinde das 40-jährige Ortsjubiläum ihres Pfarrverwesers, wie der Titel offiziell im Bistum bezeichnet wird.

Arbeiter im Weinberg des Herrn

Das Tagesevangelium behandelte das unterschiedliche Verhalten zweier Söhne, die der Vater aufgefordert hatte, im Weinberg mitzuarbeiten. Im übertragenen Sinne geht es um die Bereitschaft, Jesu Botschaft anzunehmen und darum, was eine Ablehnung nach sich zieht. Entsprechend verglich Pfarrer Claes die Weinbergsarbeit mit der „Suche danach, wie es weitergeht“. Ohne das Weitergehen, beharrlich nur in der Tradition lebend, entstünde ein „tiefgefrorenes Gottesvolk“.

In einer Dankansprache am Ende des Gottesdienstes würdigte stellvertretender Pfarrgemeinderatsvorsitzender Albert Paar das vielfältige Wirken von Pfarrer Claes. Es war eine für die Pfarrgemeinde sehr schwierige Zeit, als der aus Belgien kommende ehemalige Religionslehrer Gespräche mit den Gremien aufgenommen habe.

Herzliche und ungezwungene Art

Man hatte gerade die Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger wegen unüberbrückbarer Differenzen beendet. Mit seiner herzlichen und ungezwungenen Art hatte „der Neue“ jedoch bald alle Herzen für sich gewonnen. Paar erinnerte an Pfarrer Claes‘ Zugehen auf die Jugendlichen, womit er „ein erstes Ausrufzeichen gesetzt“ habe. Das Pfarrheim als Mittelpunkt einer Jugendgruppe gehe ebenso auf die initiative des Geistlichen zurück wie die Gründung einer heute noch bestehenden Seniorengruppe sowie die Renovierung der damals in der Bausubstanz mangelhaften Kirche. Auch mit kleinen Gesten, wie am Muttertag der Übergabe einer Rose am Ende des Gottesdients an jede Mutter, habe er der Amtskirche ein zutiefst menschliches und freundliches Gesicht gegeben.

Im Jahr 2000 trat Pfarrer Claes in den wohlverdienten Ruhestand und übernahm die Aufgaben und Pflichten eines Subsidiars. Im Juli 2009 feierte er sein 50-jähriges Priesterjubiläum in der Mitte seiner Gemeinde, die ihm nun dafür dankte, dass er mit Herz und Gespür für die Angelegenheiten der Menschen die Geschicke seiner Pfarreien gelenkt habe.

(jago)